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G8-/G20-Gipfel geht zu Ende

Bitterer Nachgeschmack

Auch wenn das Treffen der G8- und G20-Staaten formal in die richtige Richtung wies, hinterlässt es einen bitteren Nachgeschmack. Einige G20-Staaten versicherten zwar, die Subventionen für fossile Energien wie geplant auslaufen zu lassen - im Großen und Ganzen verpassten die Gipfelteilnehmer es aber, die wichtigsten Schritte zum Stopp des Klimawandels in Angriff zu nehmen.

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In ihrer Abschluss-Erklärung legten die G20-Staaten keine gemeinsame Strategie fest. Der Subventionsausstieg müsse länderspezifisch durchgeführt werden. Vor allem Australien und Kanada wollten sich um ihre Zusagen drücken: Sie bestanden darauf, dass der Ausstieg aus Kohle- und Öl-Subventionen in der Erklärung weiter nur freiwillig bleibt. Australien und das Gastgeberland Kanada tun alles in ihrer Macht stehende, um die Kohle- und Ölindustrie zu schützen, da ihre Regierungen von den Konzernen abhängig sind, sagt Phil Radford, Geschäftsführer von Greenpeace US. Besonders die kanadische Regierung hat bewiesen, dass sie für die Notwendigkeit des Klimaschutzes und die Risiken des Ölsandabbaus völlig blind ist.

Die USA hingegen legten das beste Angebot aller G20-Staaten vor: Ihr Plan für den Subventionsabbau ist äußerst stabil, obwohl er noch die Zustimmung des Kongresses braucht und nur einen Teil der Gesamt-Subventionen abdeckt.

Was die Finanzierung des Klimaschutzes betrifft, litt das Treffen in Toronto an mangelnden Visionen. Die G20 haben es verpasst, die Gelder, die nun bei Subventionen eingespart werden sollen, verbindlich in den Klimaschutz zu investieren, sagt Steve Kretzmann, Chef von Oil Change International.

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