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Baikalsee: Experten gegen Ölpipeline

Experten der russischen Umweltaufsichtsbehörde haben Nein zur längsten Ölpipeline der Welt gesagt. Aus gutem Grund: Die geplante Trasse führt unmittelbar am Weltnaturerbe Baikalsee vorbei. Das Ölterminal soll außerdem in der Amurbucht stehen - Heimat der letzten 30 Amurleoparden. "Es dürfte schwer sein, eine schlimmere Route zu finden", so Greenpeace Russland.

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Der Baikalsee ist der älteste und tiefste Süßwassersee der Welt: Er ist 25 Millionen Jahre alt und bis zu 1.673 Meter tief. Blaues Herz der Taiga, Heiliges Meer, Perle Sibiriens, Brunnen des Planeten - die Einmaligkeit des Sees spiegelt sich in den vielen Namen, die Menschen ihm gegeben haben. Seit 1996 führt die UNESCO ihn als Weltnaturerbe, nicht zuletzt durch jahrelange Bemühungen von Greenpeace.

Die Pipelinetrasse des staatlichen russischen Ölkonzerns Transneft soll auf einer Länge von 100 Kilometern bis auf 800 Meter an den Baikalsee heranführen. Ein Umstand, über den die Experten jetzt ein vernichtendes Urteil gefällt haben. In ihrem Umweltverträglichkeitsgutachten sagen sie unmissverständlich, dass die Pipeline eine schwere Gefahr für den See darstelle. Die Trasse müsse komplett aus dem Wassereinzugsgebiet des Baikalsees herausgehalten werden. Transneft habe bei der Planung russische und internationale Gesetze missachtet.

Jetzt ist es an der Behörde Rostechnadsor, dem Urteil der eigenen Wissenschaftler zu folgen: Die russische Aufsichtsbehörde für Umwelt, Technik und Atomanlagen steht unter erheblichem Druck durch Transneft, das Gutachten nicht anzuerkennen. Auch Präsident Putin hat bereits Eile angemahnt, weil jede Änderung den Bau der milliardenschweren Pipeline weiter verteuert.

Die Rostechnadsor-Experten sind nicht willens, dem Druck nachzugeben. Unterstützt werden sie von Roman Waschenkow, Baikalexperte bei Greenpeace Russland: Wir werden alles tun, um die Gegner der Route zu unterstützen und eine sofortige behördliche Bestätigung des Gutachtens zu erwirken. Am Donnerstag werden zwei der Fachleute gemeinsam mit Greenpeace eine Pressekonferenz abhalten - in Russland ein mutiger Schritt.

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