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Die European Energy Revolution Tour ist beendet

Wir haben Neuland betreten

Es ging mit einem 95 Jahre alten Schiff von Gdansk an der Ostsee, über die Nordsee, den Rhein, die Donau, durchs Schwarze Meer, ins Mittelmeer bis nach Alexandria am Nildelta. In allen angrenzenden Ländern hat die Anna mit der European Energy Revolution Tour Station gemacht. Jetzt hat Sven Teske, Energie-Experte bei Greenpeace International, wieder festen Boden unter den Füßen und berichtet uns über Höhepunkte, Ziele und Schwierigkeiten.

Greenpeace Online: Was wolltet ihr mit der Tour erreichen?

Sven Teske: Also erstmal wollten wir eine europäische und im Mittelmeerraum angesiedelte Kampagne für Erneuerbare Energien starten und die Menschen in den einzelnen Ländern über Klimaauswirkungen informieren. Wir wollten über bestehende Probleme der Energieversorgung mit fossilen und nuklearen Energien aufklären und gleichzeigt Lösungen für eine alternative Energieversorgung aufzeigen.

Greenpeace Online: Wie lange wart ihr unterwegs und wo wart ihr überall?

Sven Teske: Die Tour hat sechs Monate gedauert, in denen wir insgesamt 17 Länder besucht haben, darunter zum Beispiel Serbien, Rumänien, die Türkei, Libanon, Israel und Ägypten. Einen besonderen Dank möchte ich hier einem Hamburger Hotelier aussprechen, der uns das Schiff zur Verfügung gestellt hat und Kapitän Heiner Kuzc, der das Schiff ohne einen einzigen Tag Verzögerung - gemäß unserem Zeitplan - sicher nach Alexandria gebracht hat.

Greenpeace Online: Wie war die Resonanz vor Ort?

Sven Teske: Sehr positiv. Wir waren in erster Linie in Ländern, in denen Greenpeace bisher kaum gearbeitet hat. Speziell in Osteuropa und im Mittleren Osten ist Greenpeace noch nicht so lange präsent. Wir haben einige Länder zum ersten Mal besucht, zum Beispiel Serbien, aber auch Ägypten, wo wir in Kairo die allererste Pressekonferenz überhaupt zum Thema Solarenergie gegeben haben. Wir haben also Neuland betreten. Die Tour ist der Beginn einer im Mittelmeerraum angesiedelten Energiekampagne. Wir wollen, dass im Zuge der Erneuerung des Kraftwerksparks, die jetzt in praktisch allen europäischen Ländern ansteht, gleich in den Bereich Erneuerbare Energien investiert wird und nicht in die alten Strukturen.

Greenpeace Online: Gab es auf der Tour Probleme mit Behörden und Regierungsorganen?

Sven Teske: Ja natürlich, es gab jeden Tag ein kleineres und jede Woche ein größeres und jeden Monat ein ganz großes Problem. Das waren meistens Probleme mit Bürokratie. Wir haben zum Teil bis zu 14 Einzelgenehmigungen gebraucht, um ein schlichtes Zelt mit einer größeren Solaranlage und Displays aufzubauen. In Ägypten beispielsweise haben wir zwölf Genehmigungen aus unterschiedlichen Ministerien holen müssen, um unsere Ausstellung aufzubauen. Das hat sich allerdings gelohnt, weil an einem Tag alleine über 700 Studenten kamen. Wir haben entlang der Strecke auch jede Menge Aktionen gemacht, gegen Atomkraftwerke, gegen Kohlekraftwerke, und natürlich gab's darum auch immer mal Probleme mit Behörden. Wir durften in einige Häfen nicht rein, mussten Sicherheitsauflagen erfüllen - es war nicht immer ganz einfach, das zu organisieren, aber es hat sich wirklich gelohnt.

Greenpeace Online: Trotz aller Probleme - wie ist dein persönliches Fazit der Tour?

Sven Teske: Ich würd's jederzeit wieder machen und wir wollen es auch wieder machen. Wir werden jetzt das, was wir angefangen haben, in vielen Ländern fortsetzen. Wir werden die Arbeit zu Erneuerbaren Energien mit den Kontakten, die wir gemacht haben und mit unseren Büros vor Ort aufgreifen und fortsetzen. Und vielleicht sind wir 2007 oder 2008 in ähnlicher Form wieder unterwegs in diesen Ländern. (Das Interview führte Nadine Behrens)

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