Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Windkraft - Motor für Klimaschutz und Arbeitsmarkt

Windkraft könnte innerhalb von zwölf Jahren 10 Milliarden Tonnen CO2 einsparen helfen und 12 Prozent des weltweiten Energiebedarfs decken. Das zeigt der Global Wind Energy Outlook 2008. Er wurde am Donnerstag von Greenpeace International und dem Global Wind Energy Council (GWEC) veröffentlicht.

  • /

Laut Weltklimarat (IPCC) müssen die weltweiten CO2-Emissionen bis 2020 entscheidend gesenkt werden, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels noch zu verhindern. Die Windkraft könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen. Mit ihrer Hilfe ließen sich jedes Jahr 1,5 Milliarden Tonnen Kohlendioxid einsparen. In der Summe wären das mehr als zehn Milliarden Tonnen bis 2020.

Uns bleiben nur noch wenige Jahre, um die nötige Reduzierung zu erreichen. Windenergie spielt dabei eine entscheidende Rolle, erklärte Steve Sawyer, Generalsekretär des GWEC. Keine andere Technologie ist auch nur annähernd in der Lage, so schnell die nötige Kapazität ohne CO2-Emissionen bereitzustellen. Die Regierungen müssen nur handeln.

Laut IPCC muss der globale CO2-Ausstoß bis 2050 gegenüber 1990 um mindestens 50 Prozent gesenkt werden. Das bedeutet eine Reduzierung von 22 auf 11 Gigatonnen Kohlendioxid. Greenpeace hat in einem ebenfalls kürzlich herausgekommenen Weltenergieszenario errechnet, dass mit Hilfe der Erneuerbaren Energien 10,5 Gigatonnen Kohlendioxid eingespart werden könnten.

Der Global Wind Energy Outlook 2008 wurde auf der Weltwindkraftkonferenz in Peking veröffentlicht. Ein passender Ort: Nirgendwo wächst der Markt für Windenergie schneller als in China. Ende 2009 könnte das Land der weltweit größte Hersteller für Windkraftanlagen sein.

In weiteren 70 Ländern der Erde spielt Windenergie bereits eine Rolle. Kein Wunder: Wind liefert nicht nur umweltfreundlichen Strom. Wind spielt, weil er unendlich und als Energiequelle kostenlos vorhanden ist, auch eine große Rolle für die Versorgungssicherheit.

Auch für den Arbeitsmarkt ist die Windenergie von Bedeutung. Schon heute sind rund 350.000 Menschen in dieser Branche beschäftigt. Bis 2020 werden es voraussichtlich mehr als zwei Millionen sein.

Greenpeace erwartet, dass Windkraft in einer Zukunft ohne fossile Energiequellen eine führende Rolle spielen wird, sagt Energiefachmann Sven Teske von Greenpeace. Wir fordern die Regierungen der Länder auf, die Windenergie zu unterstützen: mit einer soliden Klimaschutzvereinbarung, den nötigen Reformen auf dem Strommarkt und einschneidenden Kürzungen bei der Subventionierung fossiler und nuklearer Energie.

Sie finden den Global Wind Energy Outlook 2008 auf der Internetseite der GWEC.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Kein Geld für Gestern!

Regierung beschließt Wirtschaftshilfen mit zu wenig Klimaschutzwirkung. Greenpeace stellt Studie vor, die berechnet, wie viele Arbeitsplätze ein grüner Neustart schaffen kann.

Frischer Wind für Windkraft

Der Windkraft-Ausbau stockt, obwohl Windenergie für die Energiewende zentral wichtig ist. Rechtsgutachten fordert, Windkraft per Gesetz ein „öffentliches Interesse“ einzuräumen.

Weg vom Öl

Erster Tag im Amt, und schon Ärger mit Greenpeace: Auch vom neuen Chef des Ölkonzerns BP fordern die Umweltschützer, endlich den Kurs auf Klimarettung zu stellen.