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Windenergie - Schlüssel für den Klimaschutz

Sie braucht keine Brennstoffe, steht nahezu jedem Land der Erde zur Verfügung, geht nicht zur Neige und ist klimafreundlich: die Windenergie. Eine neue Studie zeigt, dass bis zur Mitte des Jahrhunderts über ein Drittel des weltweit benötigten Stroms mit Wind erzeugt werden kann. Das entspräche einer Einsparung von etwa 4,7 Milliarden Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid im Jahr 2050. Greenpeace und der Weltwindenergieverband (GWEC) haben die Studie am Mittwoch veröffentlicht.

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Windenergie ist entscheidend beim Kampf gegen den Klimawandel, sagt Jörg Feddern, Energieexperte bei Greenpeace. Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts müssen die Kohlendioxid-Emissionen um weltweit 50 Prozent gesenkt werden. Das kann nur erreicht werden, wenn der Windenergie zukünftig eine noch größere Rolle in der Stromversorgung geschaffen wird. Dies sicherzustellen ist eine Aufforderung und Herausforderung an die Regierungen, wenn sie die mittleren und langfristigen Klimaschutzziele erreichen wollen.

Die Studie beschreibt drei unterschiedliche Entwicklungsszenarien für den Ausbau der weltweiten Windenergienutzung. Bei einem ambitionierten Ausbau setzt sie voraus, dass alle notwendigen politischen Möglichkeiten zugunsten von Erneuerbaren Energien umgesetzt werden.

Bisher werden die Erneuerbaren Energien, also auch die Windkraft, durch zahlreiche Hemmnisse an ihrer Entwicklung gehindert. Dazu gehören Markteintrittsbarrieren, die Privilegierung der fossilen und atomaren Energien sowie eine fehlende Berücksichtigung von Umweltfolgekosten, die durch die Nutzung fossiler und atomarer Energie entstehen.

Rund um den Globus sind zurzeit 59.000 Megawatt Windkraftleistung am Netz. Weltmeister ist laut Studie Deutschland mit über 18.000 Megawatt installierter Leistung. An zweiter Stelle steht Spanien mit 10.027 Megawatt, gefolgt von den USA mit 9.149 Megawatt.

Doch Deutschland ist dabei, seine Spitzenreiterposition zu verspielen. Die Entwicklung der Windkraft auf See steckt hierzulande fest. Während immer mehr Länder die ersten Parks errichten, um das Windpotential auf See zu nutzen, verzögert sich der Start in Deutschland immer weiter. Von den geplanten 500 Megawatt Windleistung bis Ende des Jahres sind wir weit entfernt, so Jörg Feddern.

Feddern sieht die mittelfristigen Klimaschutzziele der Bundesregierung gefährdet, wenn der Ausbau der Offshore-Windenergie sich weiterhin verzögert. Die Bundesregierung muss schnellstmöglich Planungssicherheit für Investoren durch verbesserte Rahmenbedingungen schaffen, zum Beispiel in Form von Bürgschaften, damit wir den Anschluss nicht verlieren.

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