Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Wand des Ruhmes gegen Achse des Bösen

Unsere Zukunft liegt in euren Händen: Volle Kraft voraus für Erneuerbare Energien! So die Forderung der 80 Jugendlichen vom Greenpeace-Projekt SolarGeneration vor dem Konferenzgebäude der renewables 2004 am Donnerstagnachmittag in Bonn.

Die entscheidende Phase der Konferenz läuteten die Jugendlichen mit dem Bau der Wand des Ruhmes (Wall of Fame) ein. Auf der 2,50 Meter großen Sonne aus Holz verewigten Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und Umweltminister Jürgen Trittin ihren Handabdruck. Ihnen folgte der Vertreter Chinas.

Weitermachen wie bisher lautet dagegen das Motto der USA und der Erdöl exportierenden Länder. Sie haben sich in Bonn zu einer Achse des Bösen gegen Energiewende und Klimaschutz zusammengetan und sabotieren jeden Fortschritt.

Ob es unter diesen Umständen am Freitag überhaupt zu einer gemeinsamen Abschlusserklärung kommt, ist fraglich. Schon die schlichte Feststellung, dass erneuerbare Energien eine entscheidende Rolle als Energiequelle der Zukunft spielen, wollten die USA und Saudi Arabien nicht unterschreiben. Andere Länder wie etwa Australien versuchten, neue Kohlekraftwerke als erneuerbare Energiequelle zu verkaufen.

Aus dem Kreis der deutschen Delegation war zu hören, dass sie die Konferenz lieber ganz ohne als mit einer völlig bedeutungslosen Abschlusserklärung beenden wollen. Vor diesem Hintergrund verliert auch der deutsche Vorstoß für ein Aktionsprogramm - eine lange Liste von Projekten zu erneuerbaren Energien - seine potenzielle Wirksamkeit.

Modellprojekte sind wichtig, kommentierte Greenpeace-Energieexperte Sven Teske die enttäuschende Diskussion, aber die Politik muss dafür sorgen, dass die Modelle in Serie gehen. Jetzt ist besonders die EU gefordert. Sie muss sich dafür einsetzen, dass die Abschlusserklärung ein konkretes Ziel formuliert: 20 Prozent Erneuerbare Energie bis 2020.

Und SolarGeneration-Aktivistin Hillary Lehr (19) aus Berkeley (USA) mahnte die Politiker: Denken Sie an die Flutopfer in Haiti. Denken Sie an uns und kommende Generationen. Die Welt kann sich das Scheitern dieser Konferenz nicht leisten.

Der Appell ließ viele der Konferenzteilnehmer nicht kalt. Bis 17 Uhr hatten sich bereits mehr als 25 Minister und Delegierte mit einem Handabdruck auf der runden Gipsfläche mitten in der hölzernen Sonne verewigt. Neben jedem Abdruck prangt ein kleines Schild mit der Flagge des jeweiligen Landes. Zumindest draußen ist die Stimmung gut.

Unser SolarGeneration-Movie (Quicktime, DSL, 4,2 MB).

Informationen zur Konferenz "renewables 2004":

Der Solargipfel "renewables 2004"

SolarGeneration 2100 (PDF, 529 kb)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Energieszenario 2030

Wie eine beschleunigte Energiewende Deutschlands Beitrag zum Pariser Klimaschutzabkommen sicherstellt

Mehr zum Thema

Fahrplan für die Zukunft

Während die Kohlekommission darum ringt, wann welches Kraftwerk vom Netz geht, rechnet Greenpeace vor: So geht die Energiewende; auch ohne Kohle hat Deutschland immer genug Strom.

Wir waren schon mal weiter

Genießen Sie die Hitze? Machen Sie sich auf mehr gefasst: Der Klimawandel ist längst da, mahnen Greenpeace-Aktivisten auf der Zugspitze. Sie fordern: Kohleausstieg jetzt starten!

Die Leitung bitte kappen

Ökologisch sind Öl-Pipelines ein Verlustgeschäft, wirtschaftlich noch nicht – so lange Banken sie wider jede Vernunft finanzieren. Der Geldfluss muss stoppen, fordert Greenpeace.