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Strom aus Sonnenwärme für 100 Millionen Menschen

In 20 Jahren kann sich die Nutzung der Sonnenwärme rund um das Mittelmeer zu einem der wichtigsten Energielieferanten gemausert haben. Bis zu 100 Millionen Menschen könnten in den sonnigsten Gebieten der Erde Gebrauch von der sauberen Energiequelle machen. Das ist das Szenario einer Studie, die Greenpeace am Freitag gemeinsam mit der Europäischen Industrievereinigung für die Nutzung von Sonnenwärme (ESTIA) und dem SolarPaces-Projekt der Internationalen Energie-Agentur in Kairo veröffentlichte.

Zur Nutzung der Sonnenwärme werden Sonnenstrahlen mit Hilfe eines Parabolspiegels gebündelt, um damit Wasser oder eine andere Prozessflüssigkeit zu erhitzen. Diese wiederum treibt eine Turbine an oder wird direkt zur Beheizung genutzt.

Die Studie mit dem Titel Concentrated Solar Thermal Power - Now zeigt praktische Wege auf, wie die Weichen zur Durchsetzung dieser Technologie gestellt werden müssen. Der Mittlere Osten und Nordafrika könnten die Vorreiterrolle übernehmen. Die von der Sonne gelieferte Energie, die auf jeden Quadratmeter in dieser Region niedergeht, entspricht ein bis zwei Barrel Öl pro Jahr (1 Barrel = 159 Liter).

Ägypten ist eines der wenigen Länder der Welt, in dem sich eine Regierungsbehörde speziell um den Ausbau der Erneuerbaren Energien kümmert. In El Koraimat nahe Kairo wird schon seit Jahren an einem Solarwärme-Kraftwerk gebaut, das 2007 ans Netz gehen soll.

Ägypten ist führend in der Nutzung dieser Technologie und demonstriert das Potenzial in sonnenreichen Regionen. In der Mittelmeerregion kann die Nutzung der Sonnenwärme die Rolle der Windkraft in unseren Breiten übernehmen, schätzt Energieexperte Sven Teske von Greenpeace International die Möglichkeiten ein. Er geht davon aus, dass bis 2040 fünf Prozent der weltweit verbrauchten Elektrizität aus Solarwärme-Kraftwerken stammt - trotz einer bis dahin erwarteten Verdoppelung des Stromverbrauchs.

Wenn die Bedingungen stimmen, könnte die Sonnenwärme-Nutzung bis 2025 die Freisetzung von 362 Millionen Tonnen Kohlendioxid verhindern und so auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Und es ist nicht nötig, etwas neu zu erfinden: Die Technik existiert und ist ausgereift, könnte sofort eingesetzt werden.

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