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Solarstrom für zwei Milliarden Menschen

Bis zu zwei Milliarden Menschen können innerhalb von zwanzig Jahren mit Strom aus Sonnenenergie versorgt werden! Das zeigt eine Studie, die Greenpeace gemeinsam mit dem europäischen Solarindustrieverband (EPIA) am Mittwoch auf der internationalen Solarenergie-Konferenz in Dresden veröffentlicht hat.

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Neue Technologien, der Wettbewerb unter verschiedenen Anbietern haben dazu geführt, dass der Solarenenergiemarkt boomt. Trotzdem sind von Seiten der Industrie und der Politik noch einige Anstrengungen nötig, um das Potenzial der Solarenergie weltweit auszuschöpfen.

Den Verbrauchern bietet diese Entwicklung der Sonnenenergie erfreuliche Aussichten, sagt Jörg Feddern, Energieexperte von Greenpeace. Wer eine Solaranlage auf seinem Dach installiert, ist endlich unabhängig von den überhöhten Stromrechnungen der Energiekonzerne. Vor allem produziert er Energie, ohne den Klimakiller Kohlendioxid und radioaktiven Abfall zu erzeugen.

Deutschland geht mit gutem Beispiel voran: Wer eine Photovoltaikanlage auf sein Dach baut, speist den Strom ins allgemeine Stromnetz ein und erhält eine feste Vergütung pro erzeugter Kilowattstunde. Mit diesem System ist Deutschland Weltmeister bei der Stromgewinnung aus Sonnenenergie geworden.

Schon jetzt sind Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 1500 Megawatt auf deutschen Dächern oder Fassaden installiert. Knapp die Hälfte stammt aus dem letzten Jahr. Weltweit wurde 2005 der Rekordwert von 5000 Megawatt erreicht - dies entspricht der Leistung von zehn durchschnittlichen Kohlekraftwerken.

Das größte Potenzial für den Ausbau der Solarenergie liegt allerdings vor allem in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Nicht nur, weil das Wetter besser ist. Die Menschen verbrauchen auch sehr viel weniger Strom. So können mit kleinen Anlagen, die nicht ans allgemeine Stromnetz gekoppelt sind, in zwanzig Jahren bis zu einer Millarde Menschen mit Strom versorgt werden. Ein Durchbruch für eine vergleichsweise junge Technologie.

Der weltweite Ausbau der umweltfreundlichen Energie würde erhebliche Mengen des gefährlichen Treibhausgases Kohlendioxid einsparen - ab 2025 jährlich 350 Millionen Tonnen. Das entspricht der Menge, die 140 Kohlekraftwerke ausstoßen oder etwa 40 Prozent der derzeitigen Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland. Bis zum Jahr 2025 könnten mehr als 80.000 zukunftssichere Arbeitsplätze in der Photovoltaik-Industrie entstehen.

Alleine dieses Jahr wird die Branche mehr als eine Milliarde Euro investieren. Besonders in Europa und Japan entwickelt die Industrie neue Techniken und baut Produktionsstätten. Für diese Entwicklung sind zuverlässige staatliche Fördermaßnahmen zur Absicherung der Investitionen von großer Bedeutung. In Deutschland geschieht dies durch das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG). Das sorgt unter anderem dafür, dass den Erzeugern von Solarenergie 20 Jahre lang eine feste Vergütung für ihren Strom garantiert wird!

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