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SolarGeneration: Go!

Die radikale Energiewende hat begonnen. Greenpeace-Jugendliche aus ganz Deutschland haben am Freitag das neue Jugend-Projekt SolarGeneration auf dem Odeonsplatz in München gestartet. An die Bundesregierung erging die Aufforderung, den Anteil von erneuerbarer Energie in den Bereichen Strom und Wärme bis zum Jahre 2020 auf 20 Prozent auszubauen.

Die Greenpeace-Jugendlichen verpackten ihre Botschaft in einem Theaterstück. Dazu hatten sie sich als Kohlepartikel und Sonnenstrahlen verkleidet. Außerdem präsentierte die SolarGeneration ihren SolarTruck. Dabei handelt es sich um einen mit Solarpanels bestückten, 14 Meter langen LKW mit Informations- und Aktionsangeboten, Solargeräten zum Ausprobieren und einem SOLARbeitsamt. Mit dem Truck wird die SolarGeneration in den nächsten zwei Monaten durch Deutschland touren und Musik-Festivals besuchen.

Spaß, Engagement und humorvolle Aktionsideen stehen im Zentrum der SolarGeneration. Dennoch sind sich die Jugendlichen bewusst, dass sie ein wichtiges politisches Ziel verfolgen. Wir wollen Energien mit Zukunft, sagt Steffi Retzar, 16, aus Neubrandenburg. Und wir wollen die Jobs, die durch den Ausbau der erneuerbaren Energien entstehen. Als Arbeitsminister ist Wolfgang Clement zuständig für die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und als Wirtschaftsminister für die Energiepolitik. Wir werden ihn immer wieder daran erinnern.

Beispiel gefällig? - Der OneMinute-Aktivist: Er bietet Bundesminister Clement per Postkarte Hilfe an, die schmutzigen Energieformen zu beenden, als Kohlegruben-Versiegler oder Förderschacht zur Disco-Umbauer. Im SOLARbeitsamt gibt es ernsthafte Bewerbungen an das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit - für einen der über 70.000 Jobs, die tatsächlich in den nächsten sieben Jahren entstehen können, wenn bis dahin der Anteil erneuerbarer Energien verdoppelt wird. Zum Reinschnuppern haben die Jugendlichen eine Börse für Praktika bei Firmen der Branche initiiert.

Dass die Forderungen der SolarGeneration zwar radikal, aber nicht unrealistisch sind, zeigt eine vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebene Studie, auf die sich die Jugendlichen berufen: Sie befasst sich damit, wie sich bis zum Jahr 2050 achtzig Prozent Kohlendioxid vermeiden lassen - unter Beachtung des beschlossenen Ausstiegs aus der Atomenergie.

Zum Schutz der zukünftigen Generation ist diese radikale Energiewende notwendig und machbar, sagt Sven Teske, Energieexperte von Greenpeace. Die langfristige Energiepolitik der deutschen Regierung hat sich leider noch nicht von den dreckigen Energien wie Kohle und Öl verabschiedet. Das wollen wir mit unserem Jugendprojekt SolarGeneration ändern.

SolarGeneration ist international: Gleichaltrige überall auf der Welt setzen Projekte zusammen durch. So zeigen in München Jugendliche von Greenpeace Schweiz, die in ihrem Land mit Schulklassen und Pfadfindern Solaranlagen montieren, wie Warmwasserkollektoren hergestellt werden. Die Jugendlichen können sich bei SolarGeneration auch im Ausland engagieren. Ein erstes Projekt ist in Thailand geplant.

Wichtiger Termin für die Jugendlichen im nächsten Jahr: der internationale Solar-Gipfel im Juni 2004 in Bonn. Dort werden die EU-Staaten mit gleichgesinnten Entwicklungsländern verhandeln, wie erneuerbare Energien weltweit gefördert werden sollen.

Flyer SolarGeneration fordert

Einstieg in die radikale Energiewende (163 kb).

Alle weiteren Informationen: http://www.SolarGeneration.de

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