Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

SolarGeneration besucht Clement

Seit dem Sommer 2003 läuft die Greenpeace-Jugendkampagne SolarGeneration - ein Projekt von Jugendlichen für Jugendliche. Ihre Forderungen sind radikal, aber realistisch: SolarGeneration beruft sich auf eine vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebene Studie. Diese beweist, dass die sofortige Energiewende machbar und notwendig ist.

Am Dienstag haben sieben Vertreter von SolarGeneration und zwei Mitarbeiter von Greenpeace den Minister für Wirtschaft und Arbeit, Wolfgang Clement (SPD), getroffen. Reemt Heuke von SolarGeneration und Sven Teske, Energieexperte bei Greenpeace, berichten von dem Gespräch:

Was hat Wolfgang Clement als Minister für Wirtschaft und Arbeit eigentlich mit SolarGeneration zu tun?

Reemt Heuke: Wir haben in Deutschland ja keinen Energieminister. Für die erneuerbaren Energien ist der Minister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Jürgen Trittin zuständig, für fossile Energien Minister Clement. SolarGeneration will weg von der Kohle und hin zu Wind, Wasser und Sonne. Leider ist Herr Clement da noch anderer Meinung. Und deswegen haben wir uns mit ihm getroffen.

Mit welchen Forderungen seid Ihr zu ihm gegangen?

Reemt Heuke: Der Anteil der regenerativen Energien an Strom- und Wärmeproduktion liegt derzeit bei knapp fünf Prozent. Wir fordern, den Anteil bis 2010 zu verdoppeln. Eine Studie, die die Regierung selbst in Auftrag gegeben hat, besagt, dass dabei 70.000 neue Arbeitsplätze entstehen können. Bis 2020 kann sich der Anteil dann nochmal verdoppeln.

Und mit welchem Ergebnis seid Ihr verblieben?

Sven Teske: Minister Clement sagte, er wolle die Einspeisevergütung gewaltig verringern. Das hätte dann zur Folge, dass die Hälfte aller Pläne für neue Windkraftanlagen an Land nicht mehr realisierbar wäre. Außerdem scheint Herr Clement sehr an die Technik von Kohlekraftwerken zu glauben, nicht jedoch an die moderne Technik von Wind-, Wasser- und Solarkraftwerken. Das mag daran liegen, dass er stark in der Kohlelobby verwurzelt ist.

Reemt Heuke: Immerhin hat er zugesagt, eine Botschaft von uns zum Energiegipfel im November mitzunehmen. Und wir werden unser Gespräch sicher fortsetzen.

Mehr über SolarGeneration unter www.solargeneration.de

Weiterführende Publikationen zum Thema

Energieszenario 2030

Wie eine beschleunigte Energiewende Deutschlands Beitrag zum Pariser Klimaschutzabkommen sicherstellt

Mehr zum Thema

Fahrplan für die Zukunft

Während die Kohlekommission darum ringt, wann welches Kraftwerk vom Netz geht, rechnet Greenpeace vor: So geht die Energiewende; auch ohne Kohle hat Deutschland immer genug Strom.

Wir waren schon mal weiter

Genießen Sie die Hitze? Machen Sie sich auf mehr gefasst: Der Klimawandel ist längst da, mahnen Greenpeace-Aktivisten auf der Zugspitze. Sie fordern: Kohleausstieg jetzt starten!

Die Leitung bitte kappen

Ökologisch sind Öl-Pipelines ein Verlustgeschäft, wirtschaftlich noch nicht – so lange Banken sie wider jede Vernunft finanzieren. Der Geldfluss muss stoppen, fordert Greenpeace.