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SolarGeneration beim Wirtschaftsminister

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement hat am Sonntag beim Tag der offenen Tür in seinem Berliner Ministerium fünf Greenpeace-Jugendlichen eine Zusage gemacht: Er ist in den kommenden Wochen zu einem Treffen bereit, um mit ihnen über erneuerbare Energien und die Schaffung neuer Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien zu sprechen.

Zuvor hatten die in Blaumännern mit Symbolen für Sonnenenergie, Wind- und Wasserkraft gekleideten Jugendlichen dem Wirtschaftsminister eine überdimensionale Bewerbung für einen "solaren Arbeitsplatz" übergeben. Damit forderten sie eine Energiewende ein, die neue Arbeits- und Ausbildungsplätze schafft. Minister Clement will die Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen. Das ist gut - er muss aber auch dafür sorgen, dass es sich um Arbeitsplätze mit Zukunft handelt, sagte die 16-jährige Larissa Beumer aus Berlin.

Sie engagiert sich im Greenpeace-Jugendprojekt SolarGeneration.

Die Jugendlichen stützen sich bei ihrer Forderung auf eine Studie des Umweltbundesamtes. Nach dieser können 70.000 Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien bis 2010 entstehen. Allerdings nur, wenn die Bundesregierung den Anteil erneuerbarer Energien von rund fünf Prozent bei der Strom- und Wärmeversorgung auf zehn Prozent bis 2010 verdoppelt. Als Energieminister stellt er die Weichen völlig falsch und setzt auf Kohle statt auf Wind, Wasser und Sonne, kritisiert Larissa. Denn nach dem Willen von Clement soll Strom überwiegend aus Braun- und Steinkohle erzeugt werden. Aufgrund der Überalterung der deutschen Kraftwerke fallen in den nächsten 20 Jahren 30 bis 40 Milliarden Euro für ihre Erneuerung an - Geld, das auch in erneuerbare Energien investiert werden könnte.

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