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RWE: Mit Taschenspielertricks gegen Greenpeace-Zahlen

Der Energiekonzern RWE behauptet, mehr Geld in Erneuerbare Energien investieren zu wollen als von Greenpeace angegeben. Doch seine Gegenrechnung beruht auf einem Rechentrick.

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Greenpeace hatte das Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) beauftragt auszurechnen, wie viel die großen Stromkonzerne in den Ausbau der Erneuerbaren Energien investieren wollen. Grundlage waren die Zahlen der Konzerne selber. Für RWE kamen dabei etwa 15 Prozent Investitionen in Erneuerbare Energien heraus. Am 16. April wurde die Studie veröffentlicht - und der Widerspruch kam prompt.

Die Investitionen der RWE von 2009 bis 2012 betragen 26 Milliarden Euro, davon fließen fünf Milliarden in erneuerbare Energien, sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag. Das macht 20 Prozent der Gesamtinvestitionen bis 2012 aus.

Des Rätsels Lösung liegt in der Jahreszahl 2009: Die IÖW-Studie basiert auf dem RWE-Geschäftsbericht von 2008 und dem dort genannten Zeitraum 2008 bis 2012. Um die Greenpeace-Kritik zu entkräften, nimmt RWE das Jahr 2008 nun aus der Rechnung heraus und reduziert die Gesamtinvestitionen von 33 auf 26 Milliarden Euro. Die für Erneuerbare Energien vorgesehene Summe liegt dagegen unverändert bei 5 Milliarden Euro. Damit erhöht sich deren Anteil an den Gesamtinvestitionen automatisch auf 20 Prozent.

Für Andree Böhling, Energeiexperte bei Greenpeace, sind das Taschenspielertricks, mit denen der Konzern von seiner mangelhaften Energiepolitik ablenken will. 2007 enthielt der RWE-Strommix nur 2,4 Prozent Strom aus regenerativen Quellen. Rechnet man alte Wasserkraftanlagen heraus, so sind es gar nur 0,8 Prozent. Die neue Rechnung lässt den Schluss zu, dass sich daran auch 2008 nichts geändert hat. Offenbar wurde nicht ein Cent in Erneuerbare Energien investiert. Ein verantwortungsvoller Umgang mit unserer Zukunft sieht anders aus.

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