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Minister Clement, schaffen Sie Solarjobs!

In den Hamburger Fischauktionshallen hat am Freitag der 14. Aktionstag TeamArbeit für Deutschland stattgefunden. Mit im Programm: eine Fragestunde mit Wirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement zum Thema Arbeits- und Ausbildungsplätze. Jugendliche der SolarGeneration nutzten die Chance. Sie fragten den Minister, was er für die Entstehung von Arbeitsplätzen im Bereich der Solarenergie tue.

Laut einer Studie von Greenpeace können bis 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien 70.000 Arbeitsplätze geschaffen werden, wenn jetzt die richtigen Weichen dafür gestellt werden. Das Interesse an solchen Arbeitsplätzen ist vorhanden. Jugendliche der SolarGeneration haben auf Festivals und Veranstaltungen andere Jugendliche auf die Arbeitsplatzchance aufmerksam gemacht. Insgesamt 7.000 Bewerbungen haben sie gesammelt und Wolfgang Clement nach der Fragestunde überreicht.

Nina Lange, Abiturientin und bei der SolarGeneration aktiv, fragte den Minister, was er für die Entstehung dieser 70.000 Arbeitsplätze tue. Antwort des Ministers: Die Bundesregierung und er selbst unterstützten die erneuerbaren Energien. Aber die Strompreise dürften nicht zu hoch werden, damit die Wettbewerbsfähigkeit nicht gefährdet werde. So gäbe es zum Beispiel eine Einspeisevergütung auf den Strom aus erneuerbaren Energien, die sich auf den Strompreis auswirke. Die Wirtschaft könne sich den teuren Strom aber nicht leisten.

Dazu Energieexperte Sven Teske von Greenpeace: Dies ist ein Scheinargument, denn die Aussage ist eigentlich falsch. Die Industrie wird von den Umlagen ausgenommen und braucht sie daher also auch nicht zu bezahlen.

Auf der anderen Seite subventioniert Deutschland seit Jahren den unwirtschaftlich gewordenen Kohleabbau. Dies sei nötig, so Clement, um nach und nach aus der Atomenergie aussteigen zu können. Teske sagt dazu: Die Lücke, die ensteht, wenn keine Atomenergie genutzt wird, kann durch erneuerbare Energien, speziell durch Offshore-Windparks, gedeckt werden. Es ist belegt, dass wir die Kohle dazu nicht brauchen. Greenpeace fordert, dass das Energiewirtschaftsgesetz so ausgebaut wird, dass sich umweltschonende, dezentrale Anlagen zur Stromgewinnung lohnen.

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