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Jetzt ist die EU-Kommission gefordert

Vielleicht hat ja gerade die Abwesenheit von Schirmherrin de Palacio bewirkt, dass die dreitägige Europäische Konferenz für Erneuerbare Energien in Berlin am Mittwoch mit einem Erfolg zu Ende gegangen ist. Die Vertreter der alten und neuen EU-Länder forderten die EU-Institutionen auf, jetzt tätig zu werden: Mindestens 20 Prozent soll der Anteil Erneuerbarer Energien in Europa bis 2020 betragen.

Hausaufgaben müssen nun die EU-Kommission und die irischeRatspräsidentschaft machen: Sie sollen dieses Ziel in verbindlichesEU-Recht umsetzen. Mit Hilfe einer entsprechenden Richtlinie sollen dieErneuerbaren Energien gefördert werden.

Die Konferenz ist ein Erfolg für die weitere europäische Energiepolitik,kommentiert Sven Teske, Energie-Experte bei Greenpeace. DieDelegierten haben die erste Hürde genommen, um Erneuerbare Energien inEuropa und damit den Schutz des Klimas zu stärken: Mindestens 20Prozent soll der Anteil sauberer Energien bis 2020 betragen. Jetzt istdie EU-Kommission gefordert.

Bislang sah gerade der Beitrag der Kommission eher mau aus.Insbesondere die zuständige Kommissarin Loyola de Palacio hat immerwieder eine Einigung auf klare Ziele verhindert. Deshalb warnt Teske: Die Kommission darf sich nicht dem Druck der Energiekommissarin beugen- eine vehemente Gegnerin von Erneuerbaren Energien. Obwohl sie dieSchirmherrschaft dieser Konferenz übernommen hatte, hielt sie es nichteinmal für notwendig, auf der Konferenz zu erscheinen.

Die Tagung diente auch der Vorbereitung der für Juni in Bonngeplanten Regierungskonferenz Renewables 2004. Zu ihr hat Deutschlandeingeladen, nachdem man sich auf dem Weltgipfel für nachhaltigeEntwicklung in Johannesburg 2002 auf keine klaren Ziele für dieErneuerbaren Energien einigen konnte.

Mit dem Verhandlungserfolg in Berlin steigt nun die Chance, dassdie Internationale Konferenz für Erneuerbare Energien gelingt, die vom1. bis zum 4. Juni in Bonn stattfindet, sagt Teske. Wenn Europa sichso ins Zeug legt, dann fällt es den teilnehmenden Ländern aus Asien,Afrika und Südamerika wesentlich leichter, sich ebenfalls für denAusbau der klimafreundlichen Energien einzusetzen. (mir)

Weitere Informationen zu einem Fahrplan für saubere Energieversorgung in der Zukunft finden Sie in unserer Studie: Solar Generation (PDF, 2,6 Mb).

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