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Energiegipfel - viel Worte, nichts Neues

Der Energiegipfel ist zu Ende, Großes wird angekündigt: 30 Milliarden Euro wollen die Stromversorger bis 2011 in neue Kraftwerke investieren. Das wussten wir schon: Der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) hat es bereits am 24. Januar vermeldet. Die Milliarden fließen in 24 größere Kraftwerke, darunter neue Braunkohlekraftwerke und zehn neue Steinkohlekraftwerke. Wo da der Klimaschutz bleibt? Auf der Strecke ...

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Darüber hinaus kommt die Frage auf, was Besonderes daran ist, wenn vier Unternehmen verkünden, dass sie in die Zukunft ihres Geschäftes investieren wollen. Wenn sie nicht investieren, werden sie vom Wettbewerb verdrängt.

Viel wichtiger wäre, dass die Bundesregierung die richtigen Weichen für eine Energiewende stellt und klare Regeln für eine zukünftig saubere Stromproduktion in Deutschland vorgibt. Dann können RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW entscheiden, ob sie das möchten oder ob sie anderen das Geschäftsfeld der sauberen Energiegewinnung überlassen, gibt Thomas Breuer, Atomexperte von Greenpeace, zu bedenken. Es ist an der Zeit, dass Energiepolitik wieder vom Bundestag ausgeht und nicht von den Konzernzentralen der vier großen Konzerne.

Eines hat der Energiegipfel jedenfalls gezeigt: Vernünftige Antworten auf die eigentlich wichtigen Fragen - wie viel Klimawandel, wie viel radioaktive Verstrahlung können wir uns leisten? - sind von den Kohle- und Atomstromprofiteuren nicht zu erwarten. Angela Merkel lässt sich von den falschen Leuten beraten. Wir warten gespannt auf die nächsten Meldungen zur Gratis-Vergabe von CO2-Zertifikaten für Kohlekraftwerke.

Die Energieversorger hatten bisher kein Interesse, Versorgungssicherheit und Klimaschutz unter einen Hut zu bringen, und werden das auch künftig nicht entwickeln. Sie haben den Einsatz der Erneuerbaren Energien eher behindert als gefördert. Doch nur Energiequellen wie Sonne und Wind sind unendlich und ungefährlich. So das Fazit von Breuer.

Die Energiebranche ist kapitalintensiv und rechnet in Investitionszyklen von 30 bis 40 Jahren. Dieses Zitat des stellvertretenden VDEW-Hauptgeschäftsführers Roger Kohlmann findet sich in der VDEW-Pressemeldung vom 24. Januar 2006. 30 bis 40 Jahre. Das heißt, wenn jetzt und in naher Zukunft etliche neue Kohlekraftwerke gebaut werden, sind die Weichen für die nächsten Jahrzehnte gestellt. Und zwar gegen den Klimaschutz.

In Deutschland müssen in den nächsten 20 Jahren etliche überalterte Kraftwerke ersetzt werden. Durch den Atomausstieg, den die Stromversorger lieber heute als morgen rückgängig machen wollen, fallen weitere Kraftwerke weg. Insgesamt gilt es, 40.000 Megawatt Leistung zu ersetzen.

Mit der anstehenden Erneuerung des Kraftwerksparks eröffnet sich eine ungeheure Chance. Weg von der Kohle, die das Klima aufheizt, weg vom unkalkulierbaren Risiko der Atomkraft. Hin zu Erneuerbaren Energien, die sich niemals erschöpfen, niemanden gefährden, nicht teuer importiert werden müssen. Die Stromkonzerne werden diese Wende nicht einleiten. Die Politik muss dafür sorgen, dass die Chance genutzt wird. Wir haben nicht unbegrenzt Zeit, der Countdown läuft.

Publikationen

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Die Versorgungssicherheit ist mehr oder weniger den großen Energiekonzernen überlassen. Und die sind in erster Linie an Gewinnmaximierung interessiert und nicht am Klimaschutz.

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