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Einseitige Informationen auf dem Energie-Verbraucherportal

Das am Dienstag vom Wirtschaftsministerium vorgestellte Verbraucherportal www.energie-verstehen.de ist mehr als kritisch zu betrachten. Es werden zwar einige gute Energiespartipps und -informationen bereitgestellt, viele Informationen zu den Energieträgern sind jedoch sehr einseitig und damit interessengeleitet.

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Es ist sicher nicht überraschend, dass das Wirtschaftsministerium mit dem Portal seine eigenen energiepolitischen Ziele verfolgt. Nur leider weichen diese zuweilen deutlich von den Positionen der Bundesregierung ab. Zur erwünschten Transparenz trägt das Protal damit nicht bei. Gerade die Themen Atomenergie, Klimaschutz und Kohlekraftwerke werden leider sehr einseitig dargestellt, sagt Andree Böhling, Energieexperte von Greenpeace.

Unter den Rubriken Energiemix, Strompreise, Anbieterwechsel und Stromsparen sollen sich die Verbraucher umfassend informieren können. Zu jedem der Themen gibt es Einsteigerinfos und Hintergrundwissen. Außerdem kann man mehr über die politischen Ziele zu den jeweiligen Themen erfahren.

Besonders die Argumente für die Atomenergie sind nicht nur in Fachkreisen, sondern innerhalb der Bundesregierung selbst sehr umstritten. Zum Beispiel kann von einer sicheren wissenschaftlichen Lösung der Endlagerung des radioaktiven Atommülls überhaupt noch keine Rede sein.

Auch der Einsatz von Kohlekraft ist keineswegs so unproblematisch für das Klima wie vom Wirtschaftsministerium dargestellt. Entgegen den Aussagen im Verbraucherportal gefährdet die Kohlekraft durch ihren hohen CO2-Ausstoß sehr wohl die deutschen Klimaziele. Besonders wenn die zurzeit geplanten neuen Kohlekraftwerke wirklich gebaut werden, kann die Reduzierung der Treibhausgase nicht erreicht werden.

Bemerkenswert ist auch, dass das Wirtschaftsministerium in zentralen Positionen der Bundesregierung widerspricht. So wird unter der Rubrik Energiemix davon gesprochen, dass es Ziel der Bundesregierung sei, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um 30 Prozent zu reduzieren. Die Bundesregierung hat sich allerdings auf der letzten Weltklimakonferenz in Bali auf eine Reduktion der Klimagase um 40 Prozent festgelegt.

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