Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Die Bahn will Klimaschützer sein

Die Bahn hat bekannt gegeben, langfristig Strom aus dem Windpark Märkisch Linden beziehen zu wollen. Nach eigenen Angaben trägt das Unternehmen damit wesentlich zur Stärkung des Klimas bei. Doch der Strommix bleibt weiterhin klimaschädlich.

  • /

Auf ihrer Pressekonferenz rühmte sich die Bahn mit ihrem Engagement in Sachen Umweltschutz. Für 19 Jahre schließt der Konzern mit dem Anlagenbetreiber swb AG Bremen einen Liefervertrag über Strom aus dem Windkraftwerk Märkisch Linden ab. Doch so edel dieses Vorhaben, so klimaschädlich ist der Strommix der Bahn. Immerhin bezieht das Unternehmen 50 Prozent seines Stromes aus Kohlekraft. Und auch Atomstrom ist mit 20 Prozent im Energiemix der Bahn enthalten. Lediglich 16 Prozent stammen aus Erneuerbaren Energien. Die Zulieferung von Strom aus dem Windpark in Märkisch Linden steigert den Anteil der Erneuerbaren lediglich um ein halbes Prozent. Es ist absurd, sich nun als Vorreiter im Klimaschutz darzustellen.

Die Deutsche Bahn hat noch nicht begriffen, dass sie sich angesichts einer extrem dreckigen Stromerzeugung mit Kohle- und Atomstrom immer noch auf einem Abstellgleis befindet. Von einem großen Wurf beim Klimaschutz kann mit diesem halbherzigen Einstieg in die Windenergie jedenfalls noch keine Rede sein, kommentiert Andree Böhling, Energieexperte bei Greenpeace.

Der Energiekonzern E.ON baut gerade in Datteln ein neues Kohlekraftwerk. Hauptabnehmer des Stromes wird die Bahn sein. Der Energiemix der Bahn wird sich also eher verschlechtern als verbessern. Während symbolische Projekte als Meilensteine beim Klimaschutz gefeiert werden, lässt die Bahn in Datteln ein klimaschädliches Kohlekraftwerk errichten. Damit zeigt sie beim Klimaschutz leider ihr wahres Gesicht. Um wieder glaubwürdig zu werden, muss die Bahn jetzt die Weichen in Richtung Zukunftsenergien stellen. Der erste Schritt muss sein, den Bau des Klimakillers in Datteln zu stoppen.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Bilanztricks bei der LEAG

Die Zahlen sind alarmierend: dem Lausitzer Braunkohlekonzern LEAG fehlen Milliarden für die Renaturierung. Zu diesem Schluss kommen die Wirtschaftsprüfer von Cordes + Partner in einer von Greenpeace beauftragten Stellungnahme.

Mehr zum Thema

Sicherheit ist Pflicht

Brandenburg und Sachsen müssen vom Energiekonzern LEAG Sicherheiten verlangen für die Kosten von Braunkohletagebau-Renaturierungen. Das zeigt ein Rechtsgutachten.

Es geht um alles

Anders als bislang angenommen hat eine Erderhitzung von zwei Grad bereits katastrophale Auswirkungen. Der Weltklimarat fordert, den Temperaturanstieg bei 1,5 Grad zu stoppen.

Zehntausende stehen zusammen

Es ist die bislang größte Anti-Kohle-Demo im Rheinischen Revier: Zehntausende protestieren am Hambacher Wald für Klimaschutz – und feiern den vorläufigen Rodungsstopp.