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Auf dem Vattenfall-Auge blind?

Der brandenburgische Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) hat die PR-Kampagne Klimaunterschrift des Energiekonzerns Vattenfall in Schutz genommen. Greenpeace hatte die Kampagne zuvor als Greenwashing entlarvt. Roland Hipp, Kampagnengeschäftsführer von Greenpeace Deutschland, kommentiert die Antwort von Junghanns auf eine parlamentarische Anfrage.

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Anstatt sich von der PR-Abteilung von Vattenfall blenden zu lassen, sollte Wirtschaftsminister Junghanns sich mehr mit den Details des Energiekonzeptes beschäftigen. Vattenfall setzt neben Atomkraft mit der Speicherung von CO2 auf eine Technologie, die noch nicht einmal im größeren Maßstab erprobt worden ist. Ob die Speicherung von CO2 aus Kohlekraftwerken in den benötigten Größenordnungen jemals funktioniert und wo das CO2 gelagert werden soll, steht in den Sternen. Jetzt auf eine solche Technologie zu setzen, komme einem Glücksspiel mit dem Klimawandel gleich.

Die Erforschung der sogenannten CO2-Verpressung soll der Steuerzahler mit Millardenbeträgen für Vattenfall bezahlen. Interessant wäre auch zu erfahren, wie Junghanns den Steuerzahlern erklären will, dass sie Milliarden dafür ausgeben sollen, eine Technologie zu subventionieren, die es den Stromkonzernen ermöglichen soll, weiter mit Kohleenergie Geld zu verdienen.

Dabei sei die Lösung ganz einfach, erklärt Hipp: Energieeffizienz und Erneuerbare Energien können die Energieversorgung klimaschonend und CO2-neutral sichern. Klimagefährdende Kohlekraftwerke und Atomkraftwerke werden dafür nicht gebraucht.

Greenpeace hat die PR-Internetseite Klimaunterschrift von Vattenfall mit einer eigenen Seite nachgestellt, um zu zeigen, wie der Konzern sich ein grünes Mäntelchen umzuhängen versucht.

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