Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Zensurversuch der Atomindustrie abgewiesen

Die französischen Atomkonzerne Areva und Cogema sind mit einer Verleumdungsklage gegen Greenpeace gescheitert. Ein Gericht in Paris wies einen Antrag der Konzerne zurück, Greenpeace und seinen Atom-Experten Frédéric Marillier zur Zahlung von 20.000 Euro zu verurteilen - jetzt müssen Areva und Cogema zahlen: 1.500 Euro an Marillier und 1.000 Euro an Greenpeace so will es das französische Gesetz.

Grund für die Klage waren Marilliers Äußerungen in einem Interview der französischen Zeitung Le Monde: Er warf den Unternehmen vor, die Umwelt fortwährend mit giftigen Materialien zu verschmutzen.

Die Richter begründeten ihre Entscheidung mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung. Bei der Umweltverschmutzung durch Atommüll handle es sich um eine Frage von großer Bedeutung, zu der jeder seine Meinung äußern könne.

Der heutige Sieg stärkt uns in unserem Vorgehen, so Frédéric Marillier. Wir werden mehr denn je unseren Widerspruch zum Ausdruck bringen und nicht schweigen.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Fukushima-Report 2020

Die Strahlungsmessungen in der Region Fukushima aus dem Herbst 2019 zeigen: Unwetter wie der Taifun Hagibis führen zum Auftreten neuer radioaktiver Hotspots. Auch in den Gebieten, in denen im Sommer 2020 die Olympiade stattfinden soll.

Fukushima-Report: Kinder und Arbeiter

Kinder und die Dekontaminierungsarbeiter leiden besonders unter der radioaktiven Strahlung in Fukushima. Sie ist auch acht Jahre nach dem Atomunfall in Japan noch viel zu hoch.

Mehr zum Thema

Auf Nimmerwiedersehen

Das Atomkraftwerk Philippsburg macht Platz für eine moderne Umspann-Anlage. Greenpeace hat dort häufig protestiert, in der Nacht zum letzten Mal. Ein Abschied ohne Wehmut.

Katastrophe ohne Verfallsdatum

Vor 34 Jahren explodierte Block vier des Atomreaktors von Tschernobyl. Wie schwer der Super-GAU noch Jahrzehnte später wiegt, zeigen die derzeitigen Waldbrände.

Brennende Sorge

Die Brände um Tschernobyl scheinen unter Kontrolle zu sein – unter großem Einsatz der Feuerwehrleute vor Ort. Die Fast-Katastrophe zeigt: Ein GAU ist niemals abgeschlossen.