Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Yucca Mountain: Zweifler unerwünscht

Die Senatoren des US-Bundesstaats Nevada haben am Mittwoch eine staatliche Untersuchung über den Umgang mit Menschen gefordert, die öffentlich vor Gefahren durch das genehmigte Atommüll-Endlager Yucca Mountain gewarnt haben. Medienberichten zufolge sollen Mitarbeiter, die Zweifel an der Sicherheit der zukünftigen Anlage und an der Glaubwürdigkeit des wissenschaftlichen Entscheidungsprozesses geäußert haben, mit Repressalien belegt worden sein.

In einem Brief an den Generalstaatsanwalt zitierten die Senatoren Reid und Ensign, von jeher Gegner des Endlager-Projekts in Nevada, aus dem Bericht einer regionalen Zeitung, dem zufolge zwei Angestellte entlassen bzw. versetzt worden seien, weil sie hartnäckig auf technische Defizite hingewiesen hätten. Offensichtlich sei ein Exempel statuiert worden: ...Halt den Mund oder geh.

Yucca Mountain soll 2010 den Betrieb aufnehmen und insgesamt rund 70.000 Tonnen hoch- radioaktiven Abfalls aufnehmen. Das strahlende Material muss aus Sicherheitsgründen 10.000 Jahre an einem undurchlässigen Ort gelagert werden. Gegner der Anlage bemängeln, dass es letztlich keinen wirklich sicheren Ort für den tödlichen Müll gibt. Zudem liegt Yucca Mountain in einer durch Erdbeben gefährdeten Region. (sit)

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Absage an die Atommüll-Kommission

Greenpeace hat gemeinsam mit der Anti-Atom-Organisation ‚Ausgestrahlt‘ und der 'Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg‘ die Teilnahme an der Anhörung der Atommüllkommission am 3. November 2014 in einem Brief abgesagt.

Mehr zum Thema

Rückkehr ins Ungewisse

Japans Versuche, die Region um das AKW Fukushima von Strahlung zu säubern, sind gescheitert, das zeigt ein Greenpeace-Report. Trotzdem sollen die Evakuierten zurück in ihre Häuser.

Der Wahnsinn in Tüten

Atommüll, der sich im Wald stapelt, Atomtransporte auf den Straßen – das Leben rund um Fukushima ist nicht normal. Jetzt reagiert sogar die UN und verlangt von Japan Aufklärung.

Ein klares Jein

An potenziellen Atommüll-Endlagern darf (fast) nicht gebohrt, gegraben, gehämmert werden, so ein neues Gesetz. Nur Gorleben bleibt eine Ausnahme – eine Greenpeace-Klage scheiterte.