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Versorgungsrisiko Atomkraft

Der Anfahrtermin für die beiden ältesten AKW in Schleswig-Holstein hat sich erneut verzögert. Brunsbüttel, so heißt es, werde nicht vor Ende März, Krümmel nicht vor Mitte Mai 2008 ans Netz gehen. Was heißt das eigentlich für die Planungs- und Versorgungssicherheit?

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Der Windkraft wird oft vorgeworfen, dass sie für die Stromversorgung ausfällt, sobald kein Wind weht. Was wir in Schleswig-Holstein gerade mit der angeblich so zuverlässigen Atomkraft erleben, geht über eine kurze Windflaute weit hinaus.

Seit vielen Monaten sind die beiden norddeutschen AKW nicht in der Lage, Strom zu produzieren. Mehr noch, auch die Aussagen zum Wiederanfahren sind unzuverlässig. Der Termin wird immer wieder verschoben, weil laufend neue Mängel entdeckt werden. Erst hieß es Ende September, dann Oktober, Dezember und so fort. Auch die jetzt genannten Termine sind unsicher.

Die Unsicherheit der Kraftwerke zeigt sich also nicht nur in der Möglichkeit, einen Super-GAU auszulösen, der ganze Regionen existenziell bedroht. Sie zeigt sich nicht nur am potenziellen Terrorrisiko und am Atommüllproblem, das eine Sicherheitsgarantie für eine Million Jahre erfordert. Aktuell kommen zwei weitere Risiken hinzu.

Da ist zum einen die mögliche Gesundheitsgefährdung: Das Risiko für Kinder, an Krebs zu erkranken, ist deutlich erhöht, je näher sie an einem Atomkraftwerk wohnen. Und da ist zum zweiten das Versorgungsrisiko: Überraschend und ohne Vorwarnung fallen zwei Atomkraftwerke aus und bleiben auf unabsehbare Zeit vom Netz.

Brunsbüttel und Krümmel sind keine Einzelfälle. Auch die beiden Blöcke im hessischen Biblis haben über ein Jahr lang wegen schwerwiegender Defekte keinen Strom geliefert. Der Fehler liegt in der Konzentration auf wenige große Kraftwerksblöcke. Atomkraft ist ein Versorgungsrisiko.

Die gute Nachricht: Erneuerbare Energien haben das Potenzial, die maroden Atomkraftwerke zu ersetzen. Nicht im Wunschdenken von Umweltschützern, sondern nach harten Fakten. Die Stomerzeugung der Erneuerbaren Energien steigerte sich von 2005 mit 63,5 Terawattstunden (TWh) über 2006 mit 73,0 TWh bis zu 86,7 TWh im Jahr 2007. Das ist weit mehr als der Ausfall von Krümmel und Brunsbüttel im Jahr 2007.

Dazu Heinz Smital, Atomexperte von Greenpeace: Die gute Planungssicherheit durch den Atomausstieg und das EEG hat hierfür die Voraussetzungen geschaffen. Der Atomausstieg und der Zuwachs der Erneuerbaren Energien sind eine Erfolgsstory, die nicht durch einige ewig Gestrige kaputtgeredet werden sollte.

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