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US-Plutonium soll nach Frankreich

Die USA wollen 140 Kilogramm waffenfähiges Plutonium nach Frankreich verschiffen - auf zwei nur leicht geschützten Schiffen. Anschließend rollt das hochgiftige und strahlende Material in LKW durch Frankreich. Ein leichtes Ziel für einen Terroranschlag oder Diebstahl. Das will Greenpeace nicht hinnehmen. Rückendeckung kam jetzt aus der Politik: der demokratische US-Kongressabgeordnete Jim Turner äußerte sich kritisch zu dem Vorhaben der Bush-Regierung und wurde beim Energieminister vorstellig.

Dieser Transport ist unnötig und hochgefährlich. Er muss gestoppt werden, sagt Tom Clement von Greenpeace International. Während sich Bush einerseits immer über den internationalen Terrorismus und die Sicherheit besorgt zeigt, treibt er andererseits mit aller Macht diesen gefährlichen Plan voran, Atommaterial mal eben um die halbe Erde zu verschiffen. Wir freuen uns, wenn auch andere diesen schlecht durchdachten Plan in Frage stellen.

Zuvor schon hatte sich Greenpeace an den US-Rechnungshof (GAO) gewandt. Mit diesem höchsten US-Kontrollgremium wurde über den umstrittenen Transport diskutiert und mit Hilfe eines Videofilms auf die existierenden Sicherheitslücken hingewiesen. Wie aus einem Papier der französischen Atomschutzbehörde hervorgeht, halten die Behälter für das giftige und radioaktiv strahlende Plutonium zum Beispiel keinem Granatwerferangriff stand.

Plutonium darf nicht auf Reisen geschickt werden, sondern muss wie anderer Atommüll vor Ort entsorgt werden. Das ist billiger und auch sicherer. (mir)

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