Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

US-Atomaufsicht genehmigt privates Atommülllager

Die US-amerikanische Atomaufsichtsbehörde NRC hat am Freitag grünes Licht für den Atommülllagerplan eines privaten Unternehmens gegeben. Damit ist der Bau eines nicht-staatlich betriebenen Zwischenlagers im Bundesstaat Utah näher gerückt.

Da noch weitere Genehmigungen benötigt werden, liegt der geplante Betriebsbeginn im Jahre 2008. Das ist jedoch deutlich früher als für das geplante staatliche Endlager in den Yucca-Mountains/Nevada, das den Atommüll später übernehmen soll.

Vorgesehen ist die oberirdische Lagerung von rund 44.000 Tonnen strahlenden Atommülls. Eine Betonmauer von 60 Zentimeter Dicke stellt den Seitenschutz des Lagers dar. Nach oben sollen zwei Stahlplatten schützen. Das Land für das Lager - 80 Kilometer südwestlich von Salt Lake City in einem Indianerreservat gelegen - wollen die Goshuten zur Verfügung stellen. Der als sehr arm geltende Indianerstamm suchte nach Einkunftsmöglichkeiten und kam schließlich mit der Betreiberfirma überein.

Gegen das Lager, in dem über 4.000 von der NRC genehmigte Aufbewahrungsbehälter mit jeweils 10 Tonnen Atommüll aufgestellt werden sollen, regt sich Widerstand. Der Gouverneur von Utah, Jon Huntsman, kündigte an, die Entscheidung gerichtlich überprüfen zu lassen. Für die Gegner eines Atomlagers entsteht das Lager viel zu nahe an dicht besiedeltem Gebiet. Außerdem bestehe die erhöhte Gefahr eines Kampfjetabsturzes, weil sich das Lager in der Nähe eines Air-Force-Stützpunktes befände.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Fukushima-Report: Kinder und Arbeiter

Kinder und die Dekontaminierungsarbeiter leiden besonders unter der radioaktiven Strahlung in Fukushima. Sie ist auch acht Jahre nach dem Atomunfall in Japan noch viel zu hoch.

Mehr zum Thema

Wahnsinn bewiesen

Die Region um das AKW Fukushima ist immer noch hoch verstrahlt, allen Säuberungsaktionen zum Trotz, so der aktuelle Greenpeace-Bericht. Im Fokus: das Leid der Aufräumarbeiter.

Katastrophaler Wasserschaden

Der GAU von Fukushima ist längst nicht im Griff. Gewaltige Mengen kontaminierten Wassers aus der Anlage könnten in den Pazifik fließen – eine Geschichte menschlichen Versagens.

Es ist zwei vor Zwölf

Die UN wollen Atomwaffen verbieten, der Vertrag wird gerade ratifiziert. Nur: die Atommächte machen nicht mit. Ein Interview mit Greenpeace-Experte Heinz Smital und Alexander Lurz.