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Sicheres Endlager ein Luftschloss

Rund 60 Jugendliche von Greenpeace-Jugendgruppen aus ganz Deutschland haben am Wochenende im Wendland ihren Widerstand gegen Castor und Atommüll-Endlager demonstriert. Die vielfältigen Aktivitäten der Jugendlichen standen unter dem Motto Ein sicheres Endlager für Atommüll ist ein Luftschloss. Diesen Slogan versinnbildlichten die Heranwachsenden unter anderem bei einer Demonstration vor dem Endlager Gorleben mit Hilfe einer luftbetriebenen Hüpfburg, in der radioaktive Teilchen wild umherhopsten, um letztendlich ins Freie zu gelangen.

Am Samstag hatten die Teenager im Alter von 14 bis 20 Jahren ihre Aktionen in der Nähe von Dannenberg vorbereitet. Dabei hatten Sie auch ein Theaterstück entwickelt, um es am Sonntag auf dem Marktplatz von Lüchow aufzuführen. Eine Gruppe von Jugendlichen steht darin einer Gruppe von Politikern gegenüber, die sich hinter Schildern verschanzen. Auf diesen Schildern steht Endlager sicher. Während die Jugendlichen Fragen nach der Gefahrlosigkeit des künftigen Atommüll-Endlagers stellen und die Politiker mangels sinnvoller Antworten ins Schwafeln verfallen, dreht der Tod eines der Schilder nach dem anderen um. Zum Schluss bleiben nur noch Fragezeichen.

Wir Jugendlichen wissen, dass es keine Luftschlösser gibt. Wieso geben die Politiker nicht endlich zu, dass ein sicheres Endlager ein Luftschloss ist? fragt der 19-jährige Lars Anders aus Bremerhaven. Viele Fragen zur Sicherheit des geplanten Endlagers Gorleben sind für die Jugendlichen nach wie vor unbeantwortet. Deshalb schrieben sie an Ort und Stelle einen großen Protestbrief an die Adresse von Bundesumweltminister Jürgen Trittin. Auch die rot-grüne Bundesregierung hält weiter an dem Endlager in Gorleben fest, obwohl nachteilige geologische Befunde und Verfahrensfehler zumindest Zweifel rechtfertigen. (hol)

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