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Schützt Gorleben - Stopp Castor!

Mit bundesweiten Aktivitäten in 15 Städten und im Wendland protestiert Greenpeace am Wochenende gegen den bevorstehenden Transport von zwölf Castoren mit Atommüll ins niedersächsische Zwischenlager Gorleben. Für Samstagabend konnte die Rockgruppe Readymade für ein Konzert gewonnen werden. Sonntagvormittag stellen Greenpeace-Jugendliche an der Transportstrecke nahe Dannenberg eine große Sonne aus Holz auf.

Gegen das strahlende Atommüllerbe protestieren über 60 Jugendliche des Greenpeace-Jugendprojektes SolarGeneration. Sie nehmen an der Auftaktdemonstration in Dannenberg teil. Ich will nicht, dass Politiker einfach über unsere Köpfe hinweg verantwortungslose Entscheidungen treffen, sagt Steffi Retzar (16 Jahre) aus Neubrandenburg, schließlich geht es hier um unsere Zukunft, und die lassen wir uns nicht durch ein unsicheres Atommüll-Endlager verbauen.

Auf dem Kirchplatz in Dannenberg informieren die Greenpeace Jugendlichen mit dem Greenpeace-Infomobil über ihr Projekt SolarGeneration. Der wendländische Holzbildhauer Johann Reimer Schulz schnitzt dort für Greenpeace eine Skulptur. Aus einem über fünf Meter langen Eichenstamm entsteht ein Mahnmal für ein atommüllfreies Gorleben.

Zusätzlich informieren bundesweit 15 Greenpeace-Gruppen die Bevölkerung über das ungelöste Problem der Atommüll-Entsorgung. Mit ihrem Protest, unter anderem in Frankfurt, Saarbrücken, Freiburg, Aachen und Potsdam, fordern die Umweltschützer von der Bundesregierung, die Transporte ins Wendland sofort zu beenden und den unsicheren Salzstock Gorleben als Standort für ein Atommüll-Endlager aufzugeben. Es besteht langfristig die Gefahr, dass der Müll dort das Grundwasser verstrahlt. Greenpeace-Atomexperte Mathias Edler warnt: Wenn es jetzt nicht gelingt, das Endlager Gorleben zu verhindern, werden künftige Generationen dafür bitter bezahlen müssen.

An Infoständen in den Innenstädten bekommen Passanten beispielsweise Wasser aus Atommüllfässern gereicht. An Modellen wird erklärt, warum Gorleben kein sicheres Endlager für Atommüll ist: Die Tonschicht über dem Salzstock ist nicht durchgehend und trennt ihn daher nicht ausreichend vom Grundwasser. Zudem kann aggressive Lauge im Salz die Atommüllbehälter beschädigen. Greenpeace fordert, die Betreiber der Atomkraftwerke gesetzlich zu verpflichten, die Suche nach einer anderen Entsorgungsmöglichkeit zu bezahlen.

Auch die Abfahrt der Castoren morgen Abend aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague wird Greenpeace dokumentieren. Der Transport erreicht voraussichtlich Montagmittag die deutsche Grenze. In der Nacht zu Dienstag könnte er dann in Dannenberg eintreffen.

Wollen sie mehr über das Greenpeace-Jugendprojekt "SolarGeneration" erfahren? Besuchen sie die Website der Greenpeace-Jugendlichen: www.solargeneration.de.

Weitere Informationen zu den Castortransporten finden Sie auf unseren Castorseiten.  (bes)

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