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RWE setzt auf störanfällige AKWs

Der RWE-Vorstandsvorsitzende Harry Roels hat am Donnerstag angekündigt, bis zur Jahresmitte einen Antrag auf Laufzeitverlängerung für den Atommeiler Biblis A vorzulegen. Auch Biblis B soll nach Willen der RWE länger am Netz bleiben. Eigentlich sieht der sogenannte Atomkonsens vor, dass Biblis A 2008 und ein Jahr später Biblis B abgeschaltet werden.

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Den Vorstoß Roels kommentiert der Greenpeace-Atomexperte Thomas Breuer: Was interessiert den RWE-Vorstandsvorsitzenden Harry Roels das Geschwätz seines Vorgängers Dr. Dietmar Kuhnt, der mit der damaligen Bundesregierung den Atomausstieg vereinbart hatte. Neues Spiel, neues Glück auf Kosten der Bevölkerung.

Möglich machen soll die Laufzeitverlängerung die Übertragung von Restlaufzeiten anderer Atomkraftwerke auf Biblis A und B. Für Biblis A kämen so die Übertragungen von Reststrommengen der Atomkraftwerke Gundremmingen oder Lingen in Betracht. Derzeit prüft das Unternehmen noch die Antragsvoraussetzungen.

Der Antrag auf Laufzeitverlängerung folgt der europaweiten Diskussion um eine stabile Energieversorgung auf dem Fuße. RWE möchte nun die Gunst der Stunde nutzen, um, so Roelfs, ohne jegliche Scheuklappen über die atomare Energieversorgung nachzudenken. Vergessen scheinen die mannigfachen Gefahren, die AKWs in sich bergen, speziell in den Fällen Biblis A und B.

Biblis A und B gehören zu den störanfälligsten Atomkraftwerken in Deutschland, sagt Breuer. Im Hinblick auf den Atomausstieg mussten in Biblis keine eigens verbunkerten Notfallsysteme gebaut werden. Ein ansonsten üblicher und im Falle eines Unfalls lebensnotwendiger Standard. Zudem produziert Biblis Jahr für Jahr etwa 50 Tonnen Atommüll, für dessen Entsorgung es nach wie vor keine Lösung gibt.

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