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Russland: Majak wieder in Betrieb

Die russische Atomsicherheitsbehörde Gosatomnadzor hat unter Auflagen den Weiterbetrieb der so genannten Wiederaufarbeitungsanlage in Majak für fünf Jahre genehmigt. Die Anlage war zum 31. Dezember 2002 vorübergehend stillgelegt worden, weil sie das Trinkwasser der Region gefährdet. Umweltschützer haben schwere Bedenken gegen die Wiederinbetriebnahme geäußert.

Die Anlage von Majak im Ural gehört schon seit den 50er Jahren zu den größten nuklearen Umweltverschmutzern. Jährlich werden große Mengen mittel- und niedrigstrahlenden flüssigen Mülls in den nahe gelegenen Karachay-See gepumpt. Nach Ansicht von Greenpeace ist der See mittlerweile so verseucht, dass ein mehrstündiger Aufenthalt an seinem Ufer unter Umständen tödliche Folgen haben kann. Behördenangaben zufolge ist den Betreibern jetzt untersagt worden, weiterhin radioaktive Abwässer einzuleiten. Der Umweltschutzorganisation Ekosaschita sollen allerdings nach eigenen Angaben Informationen über ein Verbot ab dem Jahre 2008 vorliegen.

Der Atomkomplex von Majak, zu dem auch die Wiederaufarbeitungsanlage gehört, hat im Dezember 1957 traurige Berühmtheit erlangt. Bei einem Unfall, dessen Ursache bis heute ungeklärt ist, wurden mindestens 272.000 Menschen verstrahlt, Tausende starben. Lange Zeit wurde die Katastrophe geheim gehalten. Ganze Dörfer und Städte verschwanden von der Landkarte, ihre Bewohner wurden umgesiedelt, das Abwassersystem verändert. Noch heute gibt es in der Umgebung der Anlage Sperrzonen, deren Betreten verboten ist. (sit)

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