Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Protest gegen Tony Blairs Atomkraftpläne

Rede mit Hindernissen

Greenpeace hat am Dienstag eine Pro-Atomkraft-Rede des britischen Premierministers Tony Blair auf einem Kongress der Vereinigung der britischen Industrie (CBI) in London verzögert. Zwei Aktivisten kletterten in das Dach der Halle, in der Blair seine Rede halten wollte. Sie entrollten Banner mit der Aufschrift Atomkraft - falsche Antwort und warfen mit radioaktivem Konfetti.

  • /

Auch draußen vor dem Gebäude demonstrierten Aktivisten in Gasmasken mit Bannern gegen Blairs Rede. Auf Handzetteln wurden die Delegierten darauf hingewiesen, dass nicht Atomkraft, sondern der Ausbau Erneuerbarer Energien die Antwort auf die Klimaveränderung sein müsse. Der britische Premierminister wollte in seiner Rede für Atomkraft als saubere Energie der Zukunft und für den Bau neuer Atomkraftwerke werben.

Heute versucht Tony Blair, ein neues nukleares Zeitalter einzuläuten und wir sind hier, um ihn zu stoppen. Atomkraft ist nicht die Antwort auf den Klimawandel - sie ist teuer, gefährlich und eine Zielscheibe für Terroristen, erklärte Stephen Tindale von Greenpeace Großbritannien. Die wirkliche Lösung für Klimawandel und Energiesicherheit ist ein Mix aus effizienten, sicheren und sauberen Energietechnologien wie Wind, Wasser und Sonne.

Seine Rede hielt Tony Blair dann doch noch - mit knapp einstündiger Verspätung in einem kleinen Nebensaal. Die Greenpeace-Aktivisten wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen. (Autorin: Nadine Behrens)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Fukushima-Report 2020

Die Strahlungsmessungen in der Region Fukushima aus dem Herbst 2019 zeigen: Unwetter wie der Taifun Hagibis führen zum Auftreten neuer radioaktiver Hotspots. Auch in den Gebieten, in denen im Sommer 2020 die Olympiade stattfinden soll.

Mehr zum Thema

Gefährliches Gestern

Die Katastrophe von Tschernobyl rückt in die Vergangenheit, ihre Folgen verschwinden aber nicht aus der Gegenwart. Sie sind eine Mahnung – auch an Atomkraftbefürworter:innen.

Der ewige Denkzettel

Die Katastrophe ist nicht vorbei: Auch zehn Jahre nach dem Atomunfall in Fukushima leiden japanische Bürger:innen unter den Folgen – während die Regierung Normalität vorgaukelt.

Katastrophal nachgebessert

Eine Novelle des Atomgesetzes, die berechtigte Klagen unterbände, hätte fatale Auswirkungen – nicht nur für die Anwohnerinnen von Atomanlagen, sondern auch für den Rechtsstaat.