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Protest gegen Tony Blairs Atomkraftpläne

Rede mit Hindernissen

Greenpeace hat am Dienstag eine Pro-Atomkraft-Rede des britischen Premierministers Tony Blair auf einem Kongress der Vereinigung der britischen Industrie (CBI) in London verzögert. Zwei Aktivisten kletterten in das Dach der Halle, in der Blair seine Rede halten wollte. Sie entrollten Banner mit der Aufschrift Atomkraft - falsche Antwort und warfen mit radioaktivem Konfetti.

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Auch draußen vor dem Gebäude demonstrierten Aktivisten in Gasmasken mit Bannern gegen Blairs Rede. Auf Handzetteln wurden die Delegierten darauf hingewiesen, dass nicht Atomkraft, sondern der Ausbau Erneuerbarer Energien die Antwort auf die Klimaveränderung sein müsse. Der britische Premierminister wollte in seiner Rede für Atomkraft als saubere Energie der Zukunft und für den Bau neuer Atomkraftwerke werben.

Heute versucht Tony Blair, ein neues nukleares Zeitalter einzuläuten und wir sind hier, um ihn zu stoppen. Atomkraft ist nicht die Antwort auf den Klimawandel - sie ist teuer, gefährlich und eine Zielscheibe für Terroristen, erklärte Stephen Tindale von Greenpeace Großbritannien. Die wirkliche Lösung für Klimawandel und Energiesicherheit ist ein Mix aus effizienten, sicheren und sauberen Energietechnologien wie Wind, Wasser und Sonne.

Seine Rede hielt Tony Blair dann doch noch - mit knapp einstündiger Verspätung in einem kleinen Nebensaal. Die Greenpeace-Aktivisten wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen. (Autorin: Nadine Behrens)

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