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Protest in Krümmel: Nur Abschalten bringt Sicherheit

Greenpeace-Aktivisten haben am Montag gegen den Weiterbetrieb des AKW Krümmel protestiert. Anlass sind erneute technische Probleme im Vattenfall-Reaktor: Ein etwa 90 Tonnen schwerer Transformator für die Eigenversorgung des Kraftwerkes ist defekt. Er wird auf einem Tieflader nach Dortmund transportiert, um überprüft zu werden. Seit das Kraftwerk unter die Lupe genommen wird, reißen die Schadensmeldungen nicht mehr ab.

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Das Maß ist voll. Wie viele Risse, falsche Dübel und Fehlschaltungen müssen denn noch auftreten, damit ein Atomkraftwerk in Deutschland endgültig abgeschaltet wird, fragt Heinz Smital, Atomexperte von Greenpeace. Krümmel gehört endgültig vom Netz. Erst Ende letzter Woche wurde bekannt, dass nach zahlreichen Rissen in Leitungen erneut auch Risse in Armaturen des AKW gefunden wurden.

Smital begrüßte in diesem Zusammenhang grundsätzlich die Überlegungen von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Gabriel hatte am vergangenen Freitag gefordert, die sieben ältesten AKW in Deutschland so schnell wie möglich abzuschalten. Nach Berechnungen des Umweltministeriums müssten dafür lediglich fünf Prozent der gesamten Reststrommenge von älteren auf neuere Kraftwerke übertragen werden, sagte er der Süddeutschen Zeitung.

Auf die Liste der abzuschaltenden AKW gehört nach Smitals Ansicht auch Krümmel: Die Pannenserie belegt, wie anfällig dieser Reaktor ist. Zudem sei ein früheres Abschalten der ältesten Atomkraftwerke nur der erste Schritt. Um die Atommüllproduktion und die Gefahr von Unfällen oder terroristischen Angriffen zu beenden, müssten auch alle anderen Atomkraftwerke so schnell wie möglich vom Netz.

Klar ist: Deutschland würde durch Abschalten der Risikomeiler bedeutend an Sicherheit gewinnen, ohne Energieprobleme zu bekommen. Energiewirtschaftlich ist der Weiterbetrieb bedeutungslos. Die ältesten und störanfälligsten AKW abzuschalten, wäre aber nicht nur ein wichtiger Schritt zum Atomausstieg. Es wäre auch ein Signal, die Energieversorgung in Deutschland zu modernisieren. Die Unternehmen gewännen die erforderliche Planungssicherheit für Investitionen in erneuerbare Energie und Effizienz.

Der Koalitionspartner CDU hat Gabriels Vorschlag bereits heftig kritisiert - allerdings wohl nicht, um die Interessen der CDU-Wähler zu vertreten. Kürzlich wurde eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Emnid-Umfrage veröffentlicht. Sie zeigt, dass 64 Prozent der CDU/CSU-Wähler dem Atomausstieg zustimmen. Nur zwei Prozent lehnen eine Laufzeitverkürzung generell ab.

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