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Polen plant erstes Atomkraftwerk

Das polnische Wirtschaftsministerium plant laut der Tageszeitung Gazeta Wyborcza den Bau eines Atomkraftwerkes bis zum Jahr 2020. Es soll Kohlekraftwerke ersetzen. Zugleich soll damit auch ein steigender zukünftiger Energiebedarf gedeckt werden. Greenpeace kritisiert diese Überlegungen.

Polen hat großes Potenzial in den Bereichen Biomasse und Windenergie, um Kohlekraftwerke, die Treibhausgase wie CO2 ausstoßen, zu ersetzen. Das Land sollte atomfrei bleiben, sagt Erwin Mayer, Energie-Experte bei Greenpeace.

Laut einem Hintergrundpapier der Europäischen Union hat das Land Polen ein enormes ungenutzes Potenzial an regenerativen Energien. Die ungenutzten Energien könnten drei Mal mehr Strom liefern als ein modernes 2.400 Megawatt-Atomkraftwerk.

Der vom Ministerium angegebene Grund, auch für ein zukünftiges Wirtschaftswachstum über genügend Energie verfügen zu wollen, ist fragwürdig: Polen verbraucht das Vierfache an Energie, um das gleiche Bruttoinlandsprodukt wie Deutschland zu produzieren. Wenn das Land neben dem Wirtschaftswachstum auch seine Energieeffizienz weiterentwickelte, könnte es durch regenerative Energie sowohl den CO2-Ausstoß senken als auch atomfrei bleiben. (kab)

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