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Photokina mit Greenpeace: Wo eine Gefahr lauert, die man nicht sieht

Wie vergessen liegt der halbe Hubschrauber im Abendlicht. Fast romantisch, in seinem stumpfen Türkisblau, mit hängenden Rotorblättern. Er ist einer von vielen, die über Tschernobyl kreisten, als der Reaktor brannte. Aus ihm wurde Sand und Blei in das brennenden Inferno geschüttet. Er strahlt bis heute.

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Der Schrottplatz voller Unfallfahrzeuge, auf dem der Hubschrauber heute liegt, befindet sich in der 30 Kilometerzone um den Reaktor Tschernobyl, in dem sich vor 20 Jahren der schlimmste Unfall der Atomenergienutzung ereignete. Heute noch ist diese Zone für Menschen zum Wohnen gesperrt, die Dörfer wurden evakuiert und zum Teil dem Erdboden gleichgemacht. Nur einige wenige, alte Menschen sind in ihre Holzhäuschen zurückgekehrt.

Heinz Smital von Greenpeace war letztes Jahr vor Ort, hat sich den Reaktor und den brüchigen Sarkophag angesehen. Er ist mit dem Geigerzähler in der verlassenen Geisterstadt Pripyat gefahren und hat dort mit den Menschen gesprochen. Mitgebracht hat er Fotos, einen Film und viele Eindrücke. Ein Reisebericht der etwas anderen Art.

Der Fotograf Robert Knoth hat durch seine Fotos u.a. in Tschernobyl die Folgen für Mensch und Natur dokumentiert und dabei auch viele persönliche Gespräche mit den Betroffenen geführt.

Photokina, 29. September 12 und 15 Uhr: Eine Talkrunde mit dem Fotografen Robert Knoth und dem Greenpeace-Experten Heinz Smital. Ein Greenpeace-Reisebericht aus Tschernobyl.

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