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OSPAR: Meeresverseuchung stoppen

Die Nordsee wird immer mehr zur Atommüllkippe Europas. Davor hat Greenpeace heute in Bremen auf der Konferenz der Oslo-Paris-Kommission (OSPAR) zum Schutz von Nordsee und Nordostatlantik gewarnt. Die jährlichen radioaktiven Einleitungen aus der Wiederaufarbeitung steigen seit Jahren - obwohl sie laut einem OSPAR-Beschluss von 1998 sinken sollen. Der Anstieg ist vor allem auf die Einleitung des radioaktiven Stoffes Technetium 99 aus der britischen Plutoniumfabrik Sellafield zurückzuführen. Greenpeace fordert von der OSPAR ein sofortiges Verbot aller radioaktiven Einleitungen.

Um die zu erwartende Kritik auf der OSPAR abzuwiegeln, hat Großbritannien im Vorfeld der Konferenz ein neunmonatiges Moratorium für Technetium 99 ins Gespräch gebracht. Eine Pause von neun Monaten ist ein Witz bei einem Stoff mit einer Halbwertzeit von 200.000 Jahren, sagt Susanne Ochse, Atomexpertin von Greenpeace. Das Moratorium ist nur dann sinnvoll, wenn ihm der Ausstieg aus der Wiederaufarbeitung folgt. Neben Sellafield verseuchen auch die radioaktiven Abfälle der Wiederaufarbeitungsanlage im französischen La Hague die See. Der Atommüll aus beiden Anlagen verteilt sich bis in die Deutsche Bucht.

Greenpeace erwartet von der OSPAR-Konferenz zudem, die politischen Weichen für die boomende Offshore-Windenergie in der Nordsee zu stellen. Die Konferenz muss dringend einheitliche ökologische Kriterien für Windparks festlegen, sagt Greenpeace-Energieexperte Sven Teske. Wir brauchen mehr erneuerbare Energien und dafür brauchen die Investoren endlich Planungssicherheit. (mir)

Eine Übersicht über OSPAR-Themen

Die atomare Verseuchung der Meere: Atommüllkippe Meer

Hintergrundinformationen zu naturverträglichen Offshore-Windkraftanlagen (PDF, 69 kb).

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