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Neuer Reaktor geplant - ohne Attentatschutz

Der geplante Europäische Druckwasserreaktor EPR des französischen Stromkonzerns EDF ist nicht gegen terroristische Anschläge gesichert. So der Inhalt eines streng vertraulichen Firmenschreibens. Das Papier wurde der Vereinigung Sortir du nucléaire zugespielt, einem Anti-Atom-Bündnis etlicher französischer Umweltorganisationen. Diese veröffentlichte es am 24. November.

Die Konstruktionspläne für den EPR - entwickelt von den Firmen Siemens und Areva - stammen aus der Zeit vor dem 11. September 2001. Spätestens dieses Datum aber hat der Risiokotechnologie Atomkraft einen weiteren Aspekt hinzugefügt: Kein derzeit exisitierendes Atomkraft ist vor einem Flugzeug-Attentat geschützt. Ein Grund mehr für den Atomausstieg.

Doch das Projekt wird unbeirrt weiterverfolgt. Aus dem Brief von EDF-Direktor Bruno Lescoeur an die französische Behörde für Reaktorsicherheit geht hervor, dass Nachbesserungen an den bisherigen Konstruktionsplänen nicht beabsichtigt sind. Ferner, dass die Öffentlichkeit über diese Tatsache im Unklaren gelassen werden soll.

Wie die französische Regierung auf die Veröffentlichung des brisanten Schreibens durch Sortir du nucléaire reagieren wird, steht noch nicht fest. Seit August 2003 ist es Atomkraftgegnern in Frankreich offiziell verboten, die Öffentlichkeit über sensible Daten zur Atomenergie zu informieren. Doch die Kritiker wollen sich nicht den Mund verbieten lassen. Auch Greenpeace Frankreich hat Anfang November Protest angekündigt, falls der Reaktor tatsächlich gebaut werden sollte. (sit)

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