Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Meldung gut, Ende gut?

Presseberichten zufolge hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel einen Fahrplan für die Suche nach einem Atommüllendlager vorgelegt. Thomas Breuer, Atomexperte von Greenpeace, kommentiert die Nachricht.

  • /

Es ist gut, dass der Umweltminister sich endlich des schwierigen Themas annimmt. Die Frage, wo hochradioaktiver Müll für Hunderttausende Jahre gelagert werden kann, muss endlich ohne Vorurteile angegangen werden. Nur so kann der höchstmögliche Schutz der Bevölkerung gewährleistet werden.

Bis jetzt favorisierten Industrie und Politik den Salzstock in Gorleben, weil dort bereits über eine Milliarde Euro investiert wurde. Dabei ist seit vielen Jahren klar, dass der Salzstock als Endlager nicht geeignet ist. Eine Studie von Greenpeace hat das kürzlich noch einmal belegt. Greenpeace fordert deshalb, Gorleben als potentiellen Endlagerstandort aufzugeben.

Breuer: Sigmar Gabriel muss sich jetzt entscheiden: Schützt er als Umweltminister die Bürger vor dem gefährlichen Atommüll oder schützt er die Gewinnmargen der Industrie?

Weiterführende Publikationen zum Thema

Fukushima-Report 2020

Die Strahlungsmessungen in der Region Fukushima aus dem Herbst 2019 zeigen: Unwetter wie der Taifun Hagibis führen zum Auftreten neuer radioaktiver Hotspots. Auch in den Gebieten, in denen im Sommer 2020 die Olympiade stattfinden soll.

Mehr zum Thema

Gefährliches Gestern

Die Katastrophe von Tschernobyl rückt in die Vergangenheit, ihre Folgen verschwinden aber nicht aus der Gegenwart. Sie sind eine Mahnung – auch an Atomkraftbefürworter:innen.

Der ewige Denkzettel

Die Katastrophe ist nicht vorbei: Auch zehn Jahre nach dem Atomunfall in Fukushima leiden japanische Bürger:innen unter den Folgen – während die Regierung Normalität vorgaukelt.

Katastrophal nachgebessert

Eine Novelle des Atomgesetzes, die berechtigte Klagen unterbände, hätte fatale Auswirkungen – nicht nur für die Anwohnerinnen von Atomanlagen, sondern auch für den Rechtsstaat.