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Litauen: AKW-Abschalten verzögert sich

Der Termin für das Abschalten des litauischen AKW Ignalina könnte sich verschieben. Das teilte am Montag der Direktor des staatlichen Amtes für Reaktorsicherheit (VATESI), Saulias Kutas, auf einer Pressekonferenz in Vilnius mit. Mit der EU hatte der baltische Staat die Stillegung des ersten Reaktorblocks für 2005 vereinbart. Im Jahre 2009 sollte dann der zweite Reaktor des Risiko-AKW endgültig vom Netz gehen. Wir sind besorgt, sagte Kutas, dass wir es nicht schaffen werden im vorgesehenen Zeitrahmen zu bleiben und die internationale Gemeinschaft dieses Thema zur Sprache bringen wird. Er räumte ein, dass sich die Entwicklung eines Master-Plans für die Abschaltung etwa ein Jahr im Rückstand befinde.

Die Stillegung der beiden Reaktoren des AKW Ignalia ist eine der zentralen Vorraussetzungen für den EU-Beitritt Litauens im Jahr 2004. Die EU stuft die beiden Anlagen, die mit dem Unglücksreaktor in Tschernobyl baugleich sind, als gefährlich ein und unterstützt den Prozess der Stillegung allein bis 2006 mit einer Summe von 525 Millionen Euro. Die Kosten für das Abschalten der beiden Reaktoren betragen insgesamt drei Milliarden Euro. Jedes Jahr Verzögerung bedeuten weitere 29 Millionen Euro Kosten.

Rimantas Krekenevicius, Leiter der Abteilung für Strahlenschutz der VATESI, geht davon aus, dass der Reaktor 1 nicht nur aufgrund eines fehlenden Allgemeinplanes über das Jahr 2005 hinaus weiterbetrieben werden muss. Denn auch der Bau eines in Ignalina geplanten neuen Heiz-Kraftwerks wurde bislang nicht begonnen. Es soll die bisherige Funktion des Reaktors 1 übernehmen, sowohl die angrenzende Stadt als auch den Reaktorblock 2 des AKW zu beheizen. Bis es fertiggestellt ist, werden wir den ersten Reaktor mit minimaler Kapazität weiterbetreiben. Obwohl dies bedeutet, dass wir das Versprechen gegenüber der EU, den Reaktor völlig abzuschalten, nicht einhalten, so Krekenevicius. (str)

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