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Laufzeitverlängerung für Pannen-AKW Brunsbüttel?

Ob eine gemeinsame Medienstrategie von CDU/CSU und Atomindustrie dahintersteckt? Derzeit vergeht kaum ein Tag, an dem die Bundesbürger nicht auf Laufzeitverlängerungen für Atommeiler eingestimmt werden. Frei nach dem Motto: Man muss die Leute nur daran gewöhnen - dann gucken sie gar nicht mehr hin, wenn's so weit ist. Greenpeace bezweifelt die Erfolgsaussichten einer solchen Strategie.

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Nach dem Uralt-AKW in Biblis ist nun Brunsbüttel dran. Das älteste Atomkraftwerk Schleswig Holsteins ging 1976 in Betrieb. Ziemlich genauso alt ist sein Ruf als Pannenreaktor. Der schlimmste Vorfall ereignete sich im Dezember 2001: eine Wasserstoffexplosion nur wenige Meter vom Reaktordruckbehälter entfernt. Der Betreiber - damals HEW - behauptete, es sei lediglich ein Flansch undicht geworden und blieb zwei Monate lang untätig.

Auf den Internetseiten des Deutschen Bundestags findet sich mit Datum vom 27.02.2002 eine längere Meldung zu dem Vorfall. Der Titel: Fehleinschätzung eines Störfalls im AKW Brunsbüttel beschäftigt Ausschuss. Aus dem Inhalt: Am 18. Februar sei dann festgestellt worden, dass eine Rohrleitung von zehn Zentimeter Durchmesser über eine Länge von zwei bis drei Metern völlig zerborsten war. Von rund 25 Trümmerstücken im Umkreis der beiden Bruchstellen hätten zwei bis drei Meter gänzlich gefehlt. Ursache sei vermutlich eine Wasserstoffexplosion im Innern der Rohrleitung. Das Bundesumweltminsterium stellte damals die Zuverlässigkeit des Betreibers in Frage.

Seit 1976 war Brunsbüttel insgesamt sechseinhalb Jahre vom Netz. Wollen die Betreiber (zwei Drittel Vattenfall, ein Drittel E.ON) diese sechseinhalb Jahre Verlust des Pannen-AKW jetzt durch Laufzeitverlängerung wieder wettmachen? Bei der Atomenergie gilt immer noch: Kontrolle ist gut, Abschalten ist besser - und Vertrauen ist überhaupt nicht angesagt.

Publikationen

Risiko Restlaufzeit

Wer heute von Laufzeitverlängerungen für deutsche Atomkraftwerke redet, meint vor allem vier Atommeiler: Biblis A und B, Brunsbüttel und Neckarwestheim. Die Greenpeace-Studie beleuchtet die Sicherheitsaspekte dieser vier Kraftwerke.
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