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La Hague: Neue Lizenz zum Verschmutzen

Die französische Betreiberfirma Cogema hat aus Paris die Genehmigung erhalten, ihre Plutoniumfabriken am Standort La Hague in der Normandie flexibler zu nutzen. Das Unternehmen darf in Zukunft ein größeres Spektrum verschiedener Arten von Brennstoff aufarbeiten. Dazu gehören auch MOX-Brennelemente mit einem hohen Plutoniumanteil oder Brennstäbe, die länger im Reaktor waren und deren Radioaktivität deshalb höher ist. Auch die Kapazität des Eingangslagers für Atommüll in La Hague wurde erhöht.

Damit hat Cogema die Lizenz zur weiteren Verschmutzung der Meere durch ihre radioaktiven Abwasser erhalten, sagt Greenpeace-Atomexpertin Susanne Ochse. Frankreich benutzt das Meer als billige Müllkippe für Atommüll und gefährdet mit der radioaktiven Verseuchung die Nahrungskette.

Bei der Wiederaufbereitung von Brennelementen fallen Abfallstoffe wie waffenfähiges Plutonium, wiederaufgearbeitetes Uran und andere hochradioaktive Spaltprodukte an. Flüchtige radioaktive Gase, wie beispielsweise Krypton 85, gelangen über die Schornsteine der Atommüllfabriken in die Atmosphäre. Greenpeace fordert, die Atommülltransporte nach La Hague sofort zu stoppen und die "Wiederaufarbeitung" weltweit zu beenden. (dst)

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