Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Keine Weltreise für US-Atomreaktor

Der US-amerikanische Stromlieferant Southern California Edison hat den Plan fallen gelassen, einen ausrangierten und 600 Tonnen schweren Atomreaktor auf eine Weltreise zu schicken. Geplant war, den Reaktor von der US-Westküste zur Ostküste auf eine Deponie im Bundesstaat South Carolina zu bringen. Dafür hatte man eine Route rund um Südamerika und Kap Hoorn vorgesehen. Der Stromversorger machte Verzögerungen in der Endphase des Planes dafür verantwortlich, dass der Reaktor nun nicht auf den rund 25.000 Kilometer langen Trip an der eisbedeckten Spitze von Südamerika vorbei geschickt wird.

Der Reaktor bleibt vorläufig gesichert an Ort und Stelle, eingehüllt von Bergen an Stahl und Beton. Das Unternehmen Edison wird nun nach anderen Möglichkeiten suchen, das Überbleibsel eines stillgelegten AKW an die Ostküste zu bringen. Seit 1999 hat Edison bereits mehrere Millionen Dollar in die Vorarbeiten investiert, um den Reaktor auf die Deponie zu schaffen. Dabei musste der Stromlieferant die Genehmigungen von über einem Dutzend Bundesstaaten und Behörden einholen.

Auf den Mega-Trip verfiel das Unternehmen, als es sich mit US-Eisenbahngesellschaften nicht über eine Verschickung quer durch die USA einigen konnte. Hinzu kam, dass der Panama-Kanal eine Gewichtsbeschränkung für Atommüll nicht aufheben wollte, so dass nur noch der Weg um Kap Horn offen stand.

Das sind sehr gute Nachrichten - vom Standpunkt der Umwelt aus gesehen, sagte Tom Clements, Atomberater für Greenpeace International. Wir glauben, dass es viel sicherer ist, wenn der Reaktor bleibt, wo er jetzt ist. Außerdem kommt es so nicht zu diplomatischen Verwicklungen mit Chile und Argentinien. Die beiden südamerikanischen Länder hatten ihr Seegebiet nach Bekannt Werden des Transportplans für die heikle Fracht gesperrt. (mir)

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Report: Unequal Impact

Menschenrechtsverletzungen bei Frauen und Kindern nach dem Atomunfall im Kraftwerk Fukushima Daiichi. Report in englischer Sprache.

Mehr zum Thema

Wahnsinn bewiesen

Die Region um das AKW Fukushima ist immer noch hoch verstrahlt, allen Säuberungsaktionen zum Trotz, so der aktuelle Greenpeace-Bericht. Im Fokus: das Leid der Aufräumarbeiter.

Katastrophaler Wasserschaden

Der GAU von Fukushima ist längst nicht im Griff. Gewaltige Mengen kontaminierten Wassers aus der Anlage könnten in den Pazifik fließen – eine Geschichte menschlichen Versagens.

Sicherheit ist gutes Recht

Frankreichs AKW haben ernste Sicherheitsmängel; darauf machten Greenpeace-Aktivisten mit friedlichem Protest aufmerksam. Ein AKW-Betreiber zog vor Gericht – mit mäßigem Erfolg.