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Kein Plutonium nach Grohnde

In Nordenham haben Atomgegner die Atlantic Osprey erwartet. Greenpeace-Aktivisten haben den Frachter mit der Beluga II und Schlauchbooten begrüßt und Protestplakate gehisst. Kletterer hängten ein Transparent mit der Botschaft McAllister: Plutonium stoppen!"

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Wir sehen den Transport sehr kritisch - und vor allem den Einsatz der MOX-Elemente, begründete Greenpeace-Experte Heinz Smital die Protestaktionen am Samstag. Bei den sogenannten Mischoxid-Brennelementen (MOX) sei das Risiko einer Kernschmelze deutlich höher als bei denen aus Uran.

Vor dem von dem Energieunternehmen E.on betriebenen Kraftwerk waren bereits am Samstag Trecker aufgefahren. Sie kamen nach Angaben der örtlichen Initiativen auch aus dem Wendland, wo es seit Jahren eine breite Protestbewegung gegen Castortransporte in das atomare Zwischenlager in Gorleben gibt. Am Sonntagnachmittag hatten sich Traktoren auf den Hauptzufahrtswegen zum Atomkraftwerk Grohnde positioniert.

Veranstalter sprachen von insgesamt etwa 300 Teilnehmern an verschiedenen Aktionen. Für den Weg nach Grohnde brauchen die beiden Speziallastwagen ohne Zwischenfälle nach Polizeiangaben etwa drei Stunden. In den nächsten Jahren sollen nach Angaben einer E,on-Sprecherin noch 60 Kernbrennstäbe nach Grohnde transportiert werden.

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