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2001 unterlag es vor dem Internationalen Seegerichtshof. Jetzt wurde in Den Haag verhandelt.

Irland kämpft gegen die Plutoniumfabrik Sellafield.

Eine zweitägige Anhörung über die Plutoniumfabrik in Sellafield hat am 21. und 22. Oktober vor einem internationalen Schiedsgericht in Den Haag stattgefunden. Irland will von der britischen Regierung Informationen über die Wirtschaftlichkeit und die Sicherheit der Anlage erhalten. Die staatliche Betreiberfirma BNFL weigert sich aber, diese Informationen herauszugeben. Es handelt sich ihrer Meinung nach um sensible Firmendaten.

Dublin benötige die Information, um die Auswirkungen von radioaktiven Abwassereinleitungen in die Irische See beurteilen zu können, sagte der irische Generalbundesanwalt, Rory Brady, in Den Haag. Irland will auch herausfinden, ob Großbritannien richtige Angaben über die Wirtschaftlichkeit der Anlage gemacht hat. Nach internationalem Recht darf die Anlage nur betrieben werden, wenn sie sich wirtschaftlich lohnt.

Irland ist von radioaktiven Abwässern durch die Plutoniumfabrik direkt betroffen. Die Anlage steht 180 Kilometer von der irischen Küste entfernt. In ihr werden Uranoxid und hochgiftiges Plutonium zu Mischoxid-Brennstäben (MOX) für Atomkraftwerke verarbeitet. Nach ihrer Fertigstellung im Jahre 1996 wurde die Fabrik zunächst nicht genutzt. Damals bestanden Bedenken über die Wirtschaftlichkeit der Anlage. Erst seit Dezember 2001 ist sie in Betrieb. Kurz zuvor war Irland vor dem Internationalen Seegerichtshof in Hamburg mit einer Klage gegen den Betrieb der Anlage gescheitert.

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