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Glückskeks gegen Export von Plutoniumfabrik

Gehüllt in chinesische Seidenjacken, mit Bambusstäben über den Schultern an denen jeweils zwei Schalen mit Glückskeksen baumelten, dazu traditionelle chinesische Papierschirmchen - so stellt sich wohl kaum ein Türsteher die Aktivisten von Greenpeace vor. Die Türen öffneten sich daher fast von selbst, als die bunte Schar am Sonntag Einlass bei einer Wahlkampfveranstaltung der SPD begehrte. Im Hamburger Schauspielhaus kämpfte der neue Vorsitzende Franz Müntefering um Stimmen für seine Partei. In Hamburg wird am 29. Februar eine neue Bürgerschaft gewählt.

Die chinesischen Weisheiten in den Glückskeksen hatten sich Müntefering und Co. dann aber wahrscheinlich etwas anders vorgestellt: Der Weg zum inneren und äußeren Frieden: Plutoniumdeal mit China stoppen lautete die Aufschrift. Greenpeace protestierte damit gegen die Pläne, die Plutonium-Brennelemente-Fabrik Hanau nach China zu exportieren. Der Siemens-Konzern braucht für diesen Handel eine Genehmigung der Bundesregierung. Bundeskanzler Schröder hat bereits signalisiert, dass er der Ausfuhr zustimmen will.

Die SPD hat diese gefährliche Atomanlage in Deutschland mit verhindert - sie darf jetzt nicht ihren Betrieb im Ausland ermöglichen, forderte deshalb Susanne Ochse, Atomexpertin von Greenpeace, von Franz Müntefering. Der Export der Hanauer Fabrik ist die Nagelprobe für die Glaubwürdigkeit sozialdemokratischer Atompolitik.

In der Anlage wird Plutonium in Pulverform verarbeitet. Es ist daher nur sehr schwer zu kontrollieren. Verluste von kleinsten Mengen über einen längeren Zeitraum würden womöglich unbemerkt bleiben. Schon mit fünf Kilogramm Plutonium lässt sich eine Atombombe herstellen. Die Hanauer Fabrik kann pro Jahr sechs bis zehn Tonnen verarbeiten.

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