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Gericht sagt ja und nein zu Yucca Mountain

Die jüngste Entscheidung eines US-Berufungsgerichts könnte das Aus für die Atom-Endlagerpläne der Bush-Regierung bedeuten. Das Gericht erklärte den Regierungsbeschluss zum Endlagerstandort Yucca Mountain in Nevada für nicht gerichtlich überprüfbar. Es verpflichtete die Regierung aber, wissenschaftlichen Empfehlungen zu folgen und sicherzustellen, dass für mehr als 10.000 Jahre keine Radioaktivität austreten könne.

Das geplante Endlager unter dem Yucca Mountain soll 2010 in Betrieb gehen und dann rund 77.000 Tonnen hochradioaktiven Atommüll fassen. Das Vorhaben ist in doppelter Hinsicht umstritten. Zum einen liegt der Berg in einem erdbebengefährdeten Gebiet. Zum anderen hat die Festlegung auf einen zentralen Standort Atomtransporte über Tausende von Kilometern quer durch die USA zur Folge.

Die Entsorgung der radioaktiven Abfälle gehört zu den größten Problemen bei der Nutzung der Atomenergie. Um Yucca Mountain als US-amerikanische Lösung dieses Problems durchsetzen zu können, hatte die Bush-Regierung nicht nur Regeln und Vorschriften geändert, bis sie passten. Sie hatte auch die Sicherheitsempfehlungen der National Academy of Sciences zurückgewiesen und damit gegen US-Recht verstoßen. Gegner des Projekts halten die Entscheidung des Berufungsgerichts für einen Hieb, der dem Plan nun den Garaus machen könnte. (sit)

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