Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Geheime Atomwaffenforschung down under?

Zum Jahrestag des ersten Atomwaffentests auf australischen Boden hat Greenpeace am Montag gegen die Atomforschung der Firma Silex protestiert. Die dort angewandte Uran-Anreicherungsmethode lasse sich ohne weiteres zum Herstellen von waffenfähigem Uran einsetzen. Greenpeace-Aktivisten stellten deshalb vor dem Werk in dem Sidney-Vorort Ryde eine Attrappe einer Atomrakete mit der Aufschrift auf: Silex reichert Uran an. Dabei sind Anreicherungsanlagen in Australien illegal.

Silex führt als top secret eingestufte Anreicherungs-Experimente durch, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können, warnte James Courtney, Atomexperte von Greenpeace Australien. Dadurch könnte der internationale Atomwaffensperrvertrag verletzt werden. Zugleich kritisierte Courtney, dass in der letzten Woche vor einem Senats-Komitee eine Änderung des Atomsicherheitsgesetzes beraten wurde. Silex würde durch die Änderung vor der öffentlichen Überwachen abgeschirmt. Denn sollte sie übernommen werden, wäre selbst die Erwähnung der Risiken im Zusammenhang mit der Anreicherungstechnik strafbar.

Ironie der Geschichte: Australien war im Frühjahr an der Seite der USA in den Irak einmarschiert, weil man dort auch illegale Uran-Anreichungsanlagen für Atomwaffen vermutete - die man bis heute nicht gefunden hat. Zudem fordert die australische Regierung zusammen mit anderen Staaten vom Iran den Beweis, dass dort kein Uran für Atombomben angereichert werde. Im eigenen Land allerdings sollen gesetzliche Regelungen geschaffen werden, die eine genaue Überwachung dieser Technologie unter Strafe stellen.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Report: Unequal Impact

Menschenrechtsverletzungen bei Frauen und Kindern nach dem Atomunfall im Kraftwerk Fukushima Daiichi. Report in englischer Sprache.

Mehr zum Thema

Es ist zwei vor Zwölf

Die UN wollen Atomwaffen verbieten, der Vertrag wird gerade ratifiziert. Nur: die Atommächte machen nicht mit. Ein Interview mit Greenpeace-Experte Heinz Smital und Alexander Lurz.

Sicherheit ist gutes Recht

Frankreichs AKW haben ernste Sicherheitsmängel; darauf machten Greenpeace-Aktivisten mit friedlichem Protest aufmerksam. Ein AKW-Betreiber zog vor Gericht – mit mäßigem Erfolg.

Schlechter Gewinner

Frankreichs Präsident Macron wird für seine Vision Europas mit dem Karlspreis ausgezeichnet. Doch sein Beharren auf Atomkraft verdient keine Würdigung, sagen Greenpeace-Aktivisten.