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Forsmark: Schwedisches Roulette mit Atomkraft

Und wieder gibt es Probleme in Schwedens Atomkraftwerk Forsmark. Betreiber Vattenfall hat letztes Wochenende erneut zwei der drei Reaktoren abschalten müssen. Bereits im Juli war es beinahe zum Super-GAU gekommen.

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Am Freitag musste Reaktor 3 des Atomkraftwerks zum Stillstand gebracht werden. Ursache waren beschädigte Brennstäbe, die jetzt ausgebessert werden müssen. Am Sonntag, zwei Tage später, sahen sich die Betreiber gezwungen, auch den Reaktor 1 abzuschalten. Denn beim Herunterfahren des Reaktors zur Reparatur eines defekten Ventils stellten Techniker zufällig fest, dass die Turbinensteuerung ebenfalls fehlerhaft ist.

Schwedens Atomaufsicht SKI erklärte daher, dass die im Frühjahr erteilte Genehmigung für umfassende Umbauten nicht mehr aktuell sei. Denn seit dem Frühjahr folgt eine Panne der nächsten. Kaum war der Schock vom Juli verdaut, gab es im Oktober erneut Negatives über Forsmark zu berichten: Es hatte sich gezeigt, dass Vattenfall das Atomkraftwerk im Frühjahr mit unerlaubt hoher Leistung hatte laufen lassen.

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