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Energie: Zwei Länder - zwei Wege

Frankreich plant den baldigen Bau eines neuen Atomkraftwerkes - eines Prototyps des neuen Europäischen Druckwasserreaktors (EPR). Der EPR, so Innenministerin Nicole Fontaine am vergangenen Freitag, sei unverzichtbar angesichts der technischen Entwicklung, der Sicherheitsanforderungen und um den Bau neuer Atomzentren optimal vorzubereiten.

Rund 80 Prozent des französischen Stroms werden in 58 Atomkraftwerken erzeugt. Die ältesten müssen nach Angaben der Industrie zwischen 2015 und 2020 abgeschaltet werden. Laut Fontaine ist der EPR, ein deutsch-französisches Projekt, zehnmal sicherer und in der Stromerzeugung rund zehn Prozent günstiger als herkömmliche Atomkraftwerke.

In der spanischen Provinz Navarra ist das kein Argument. 60 Prozent ihres Stroms deckt sie mit erneuerbaren Energien ab. Bis spätestens 2010 will Navarra endgültig auf Atomkraft und fossile Brennstoffe verzichten. 2.000 Menschen arbeiten in der Windkraft-Branche, Tendenz steigend. Allein 800 Windkraftwerke sind gebaut worden, seit sich vor fünf Jahren Regierung, Wirtschaft und Bürger gemeinsam zu einer Wende in der Energiepolitik entschlossen haben.

Sonnenenergie spielt in Navarra eine noch größere Rolle, obwohl die Provinz nicht einmal eine der sonnigsten in Spanien ist. Für den Fall, dass weder die Sonne scheint noch der Wind weht, läuft seit einem Jahr ein Biomasse-Kraftwerk, in dem Stroh verfeuert wird. (mod)

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