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Ein Totempfahl gegen den Atommüll-Wahnsinn

Am Salzstock Gorleben wird am Sonntag das Greenpeace-Mahnmal des wendländischen Bildhauers Johann Reimer Schulz eingeweiht. Die Skulptur steht für die Warnung: Erst wenn der letzte Tropfen Grundwasser verstrahlt ist, werdet ihr feststellen, dass Gorleben kein sicheres Endlager für Atommüll ist.

Schulz begann die Arbeit an dem Mahnmal im November 2003 während der Proteste gegen den siebten Atommülltransport ins Zwischenlager Gorleben: Auf dem Marktplatz in Dannenberg verwandelte er einen Eichenstamm in einen über fünf Meter hohen Totempfahl. Der Pfahl wurde inzwischen am geplanten Atommüll-Endlager Gorleben, bei den Gorleben-Kreuzen, aufgestellt. Er soll im Rahmen der alljährlichen Kulturellen Landpartie eingeweiht werden.

Der Salzstock Gorleben ist als Endlager für hochradioaktiven Atommüll vorgesehen, obwohl seine Eignung von Fachleuten angezweifelt wird. Schon 1981 stellten Wissenschaftler fest, dass ihn keine durchgehende wasserdichte Tonschicht vom Grundwasser trennt. Aller Kritik zum Trotz wurde 1995 direkt über dem Salzstock ein oberirdisches Zwischenlager in Betrieb genommen. Dort lagern mittlerweile 44 Behälter mit hochradioaktiven Abfällen. Der Atommüll muss rund 40 Jahre abkühlen, bevor er endgelagert wird.

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