Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Ein Totempfahl gegen den Atommüll-Wahnsinn

Am Salzstock Gorleben wird am Sonntag das Greenpeace-Mahnmal des wendländischen Bildhauers Johann Reimer Schulz eingeweiht. Die Skulptur steht für die Warnung: Erst wenn der letzte Tropfen Grundwasser verstrahlt ist, werdet ihr feststellen, dass Gorleben kein sicheres Endlager für Atommüll ist.

Schulz begann die Arbeit an dem Mahnmal im November 2003 während der Proteste gegen den siebten Atommülltransport ins Zwischenlager Gorleben: Auf dem Marktplatz in Dannenberg verwandelte er einen Eichenstamm in einen über fünf Meter hohen Totempfahl. Der Pfahl wurde inzwischen am geplanten Atommüll-Endlager Gorleben, bei den Gorleben-Kreuzen, aufgestellt. Er soll im Rahmen der alljährlichen Kulturellen Landpartie eingeweiht werden.

Der Salzstock Gorleben ist als Endlager für hochradioaktiven Atommüll vorgesehen, obwohl seine Eignung von Fachleuten angezweifelt wird. Schon 1981 stellten Wissenschaftler fest, dass ihn keine durchgehende wasserdichte Tonschicht vom Grundwasser trennt. Aller Kritik zum Trotz wurde 1995 direkt über dem Salzstock ein oberirdisches Zwischenlager in Betrieb genommen. Dort lagern mittlerweile 44 Behälter mit hochradioaktiven Abfällen. Der Atommüll muss rund 40 Jahre abkühlen, bevor er endgelagert wird.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Absage an die Atommüll-Kommission

Greenpeace hat gemeinsam mit der Anti-Atom-Organisation ‚Ausgestrahlt‘ und der 'Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg‘ die Teilnahme an der Anhörung der Atommüllkommission am 3. November 2014 in einem Brief abgesagt.

Mehr zum Thema

Rückkehr ins Ungewisse

Japans Versuche, die Region um das AKW Fukushima von Strahlung zu säubern, sind gescheitert, das zeigt ein Greenpeace-Report. Trotzdem sollen die Evakuierten zurück in ihre Häuser.

Der Wahnsinn in Tüten

Atommüll, der sich im Wald stapelt, Atomtransporte auf den Straßen – das Leben rund um Fukushima ist nicht normal. Jetzt reagiert sogar die UN und verlangt von Japan Aufklärung.

Ein klares Jein

An potenziellen Atommüll-Endlagern darf (fast) nicht gebohrt, gegraben, gehämmert werden, so ein neues Gesetz. Nur Gorleben bleibt eine Ausnahme – eine Greenpeace-Klage scheiterte.