Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Chapelcross: 45 Jahre für Strom und Waffen

Das älteste Atomkraftwerk der Welt, ist am Dienstag stillgelegt worden - vier Jahre früher als vorgesehen. Die Betriebskosten seien aus kommerziellen Gründen nicht mehr zu rechtfertigen, hieß es von Seiten des Betreibers BNG (British Nuclear Group). Ganz neu ist die Erkenntnis nicht.

BNG hat schon früher eingeräumt, dass alle ihre alten Reaktoren Verluste einfahren. Trotzdem haben sie noch Steuergelder für den Weiterbetrieb verschleudert, so der Kommentar der britischen Greenpeace-Atomexpertin Jean McSorley. Wir hoffen, dass BNG dieselben finanziellen Kriterien jetzt auch auf den Betrieb der anderen alten Reaktoren und auf die Wiederaufarbeitung in Sellafield anwendet.

Das schottische Atomkraftwerk Chapelcross ist 45 Jahre alt. Mark Morant, Manager der BNG, sprach dem AKW einen Ehrenplatz im Buch der Rekorde zu für seine Verdienste um die schottische Stromerzeugung. Tatsächlich hat Chapelcross vor allem eine Schlüsselrolle im britischen Atomwaffenprogramm gespielt: zunächst als Plutoniumlieferant, dann als Produzent von Tritium, das in Atomwaffen als Auslöser verwendet wird .

Weiterführende Publikationen zum Thema

Report: Unequal Impact

Menschenrechtsverletzungen bei Frauen und Kindern nach dem Atomunfall im Kraftwerk Fukushima Daiichi. Report in englischer Sprache.

Mehr zum Thema

Sicherheit ist gutes Recht

Frankreichs AKW haben ernste Sicherheitsmängel; darauf machten Greenpeace-Aktivisten mit friedlichem Protest aufmerksam. Ein AKW-Betreiber zog vor Gericht – mit mäßigem Erfolg.

Schlechter Gewinner

Frankreichs Präsident Macron wird für seine Vision Europas mit dem Karlspreis ausgezeichnet. Doch sein Beharren auf Atomkraft verdient keine Würdigung, sagen Greenpeace-Aktivisten.

„Absoluter Irrsinn“

Schwimmender Atommeiler in der Ostsee: Russland schleppt derzeit ein AKW nach Sibirien. Klappt der Test, sollen zig weitere folgen. Irrsinn, weiß Atomenergie-Experte Heinz Smital.