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Bürger in 23 Ländern protestieren gegen AKW Belene

Am Freitag, dem 13., haben in über 23 Ländern Bürger gegen den Weiterbau des AKW Belene in Bulgarien protestiert. Ziel der Aktionen war die Bankengruppe Unicredit, die angekündigt hat den Weiterbau mitzufinanzieren.

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Die Finanzierung soll über eine von zwei Bietergemeinschaften erfolgen. Die italienische Bankengruppe UniCredit ist in beide Konsortien für Belene involviert: Zum einen über die deutsche Tochter Hypo Vereinsbank, zum anderen über die tschechische Zivnostenska Banka. Auch die Österreichische BA-CA ist ein Tochterunternehemen der Unicredit. In Österreich beteiligte sich Greenpeace an den Protesten.

Jan Haverkamp, Atomexperte bei Greenpeace erklärt: Investitionen in Atomkraft widersprechen dem von der Bankengruppe selbst postulierten Nachhaltigkeitsengagement. Bedenklich ist auch, dass das AKW in einer Region gebaut werden soll, die häufig von Erdbeben heimgesucht wird

Tatsache ist weiter, dass ein solcher Reaktor beispielsweise in Deutschland niemals ans Netz gehen dürfte. Grund ist der Mix aus alter und neuer Bausubstanz. Ebenfalls schwere Mängel offenbarten sich in Punkto Verantwortungsbewusstsein. So wurde ein schwerer Zwischenfall im AKW Kosloduj im März 2006 erst zwei Wochen nach dem Vorfall von den Behörden veröffentlicht.

Der Bau am Atomkraftwerk begann im sozialistischen Bulgarien 1987. Allerdings kam der Bau 1992 vorzeitig zum Stillstand. Die zur Verfügung stehenden Gelder reichten nicht aus, und die Bürger protestierten gegen den Bau. 2003 nahm die bulgarische Regierung das Projekt wieder auf. Ziel war, sich als Stromexporteur auf dem Energiemarkt des südlichen Balkans zu etablieren.

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