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Australischer Atommüll illegal in Frankreich

Das oberste französische Kassationsgericht hat am Donnerstag die Lagerung von australischem Atommüll in Frankreich untersagt. Der strahlende Abfall stammt aus dem uralten Forschungsreaktor Lucas Heights bei Sydney und war schon vor vier Jahren nach Frankreich eingeführt worden, bevor dort überhaupt eine Erlaubnis zur Wiederaufarbeitung vorlag. Zurück nach Australien muss der Müll erstmal trotzdem nicht.

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Inzwischen liegt der Betreibergesellschaft der Wiederaufbereitungsanlage La Hague, Cogema, eine Genehmigung zur Wiederaufarbeitung des australischen Mülls vor. Seit Juni werden die Brennelemente in der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague verarbeitet. Das wiederaufgearbeitete Material werde anschließend zurück nach Australien geschickt, hieß es am Donnerstag.

Wenn unsere Regierung schon Gesetze bricht, um den Müll eines einzelnen Forschungsreaktors loszuwerden, wie soll die Bevölkerung ihr trauen, wenn es um den großangelegten Ausbau der Atomkraft in Australien geht, fragt Greenpeace Atomexperte James Courtney in Sydney. Die rücksichtslosen Pläne für den Ausbau der Atomkraft enthalten keinerlei glaubwürdiges Konzept für den Umgang mit dem Atommüll.

Tatsächlich hat Australien den Auftrag für den Bau eines neuen Reaktors in Lucas Height nur deshalb an Argentinien vergeben, weil die dortige Regierung die Entgegennahme des später anfallenden Atommülls versprach. Der Import von Atommüll nach Argentinien verstößt dort aber gegen die Verfassung.

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