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Greenpeace errichtet Informationsstätte in Gorleben

Aufklärung über Atommüll-Endlagerung

Die Gefahren der Atomkraft sind längst bekannt. Aber nicht nur die Kraftwerke an sich sind ein Problem, sondern auch der radioaktive Müll, der dort entsteht. Greenpeace will mit einer Informationsstätte im Gorlebener Forst über die Gefahren der Atommüll-Entsorgung für Aufklärung sorgen.

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Auf dem Grundstück Jägerberg über dem Salzstock Gorleben sollen sich Bürger in Zukunft über das Thema Entsorgung von Atommüll und über die Pläne der Bundesregierung zur Endlagerung informieren können. Das Gelände im Wald gehört Greenpeace bereits seit Dezember 2010. Nun sollen dort drei Informationsschaukästen und ein Gedenkstein aufgestellt werden. Im März 2012 hat Greenpeace die entsprechenden Genehmigungsanträge beim Bauamt des Landkreises Lüchow-Dannenberg eingereicht. Greenpeace erwarb das 1772 Quadratmeter große Grundstück zu Informationszwecken. Besucher können es über einen öffentlichen Weg leicht erreichen. Neben der Informationsstätte möchte Greenpeace auch einen rund zwölf Kilometer langen Informationsrundweg einrichten.

Endlagersuche nur scheinbar offen

Hier ist die große Verantwortung der Bundesregierung besonders spürbar, ein sicheres Atommüll-Endlager in einem fairen Verfahren zu suchen, sagt Heinz Smital, Atomexperte bei Greenpeace. Zusätzlich zur reinen Sachinformation soll ein Mahnmal an die Verantwortlichen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft aus den vergangenen 35 Jahren erinnern. Wir wollen auf die Gefahr aufmerksam machen, die von hochradioaktivem Müll ausgeht. Ein atomares Endlager muss schließlich für Hunderttausende Jahre halten, so Smital weiter.

Noch in diesem Jahr will Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) die Erkundungsarbeiten in Gorleben beenden. Trotzdem soll das Erkundungsbergwerk offen gehalten werden. Lässt Röttgen den fertig erkundeten Salzstock Gorleben im Verfahren, will er keinen fairen Vergleich von Standorten. Die Bundesregierung zaubert Gorleben am Ende einfach wieder aus dem Hut. Bis dahin täuscht sie die Bevölkerung mit salbungsvollen, aber leeren Worten über ihre wahren Absichten, sagt Smital.

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